13:37 09 August 2020
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    Der stellvertretende Essener SPD-Vizevorsitzende hat wohl etwas zu viel gesagt. Immer wieder ging er in der Partei auf solche Themen wie Integration und Clan-Kriminalität ein. Später kündigte Karlheinz Endruschat an – er werde die SPD verlassen.

    Der 68-Jährige fasste seine Entscheidung am Dienstag. Nach Angaben von der „Welt“ war er bisher 15 Jahre bei der SPD tätig.

    „In der SPD fehlt die Bereitschaft, sich mit den realen Problemen auseinanderzusetzen“, sagte Endruschat im Gespräch mit „FOCUS Online“. Zu den Problemen zähle beispielsweise die Clan-Kriminalität. Zudem würde sich die Partei nicht die Frage stellen, an welchen Punkten Integration gescheitert sei. „Die SPD hat kein Interesse, die Probleme um die Zuwanderung auch nur anzuerkennen.“

    Bildung als eines der Probleme

    Dabei soll Endruschat mehrmals der Partei geraten haben, diese Probleme in Angriff zu nehmen. Als eines der Beispiel nannte er die Bildung: Es gebe vor allem in den Schulen im Norden von Essen Klassen, wo die Kinder hauptsächlich aus Migrationsfamilien stammen. „Wenn hier kein Personal aufgestockt wird, hat das Nachteile bei der schulischen Bildung für alle Kinder“, erklärte Endruschat.

    Dabei ist die Argumentation von dem mittlerweile Essener Ex-SPD-Vizevorsitzenden nicht neu: Endruschat hatte schon vor zwei Jahren gegenüber „FOCUS Online“ seinen Plan zur Bekämpfung von mangelnder Integration dargelegt. Er beinhaltete etwa den Einsatz von mehrsprachigen Lehrern in Schulen und die Einführung einer Null-Toleranz-Politik gegenn kriminelle Familienclans.

    Auch forderte er mehr Sozialarbeiter auf den Straßen sowie eine stadtplanerische Entzerrung der Milieus. Der Eigentumsbau im nördlichen Teil der Stadt müsste beispielsweise preisgünstiger gemacht werden, damit „junge Familien wieder einen Anreiz haben, dort hinzuziehen“, erklärte das ehemalige SPD-Mitglied.

    Vermeintliche „Muslimisierung“ von einigen Stadtvierteln

    Die Warnung Endruschats vor den Integrationsproblemen vor allem im nördlichen Teil Essens hatte für einen Aufruhr in der Ratsfraktion der Stadt gesorgt. Das Ex-SPD-Mitglied hatte von einer „Muslimisierung“ einiger Stadtviertel gesprochen.

    So drohten insbesondere im Norden der Stadt „Migranten-Milieus“. Der Fraktionschef der SPD im NRW-Landtag, Thomas Kutschaty, hielt diese Aussagen dennoch für übertrieben und kritisierte deshalb die Worte von Endruschat.

    Nun plant der Ex-SPD-Vize von Essen, seine Ideen weiter voranzutreiben, obgleich in einer kleineren Ratsfraktion. Wie Endruschat im Gespräch mit der „Welt“ erklärte, hänge er immer noch der Idee einer Sozialdemokratie an, die pluralistisch ist und Debatten zwischen ihrem linken und rechten Flügel zulässt. Zugleich stellt Endruschat jedoch klar: „In der AfD wäre ich fehl am Platze. Die werden auch ohne mich stärker. Leider.“

    dg/mt

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    Tags:
    Partei, Kriminalität, Integration, Essen, SPD