00:50 03 April 2020
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    Als Ost-Beauftragter der Bundesregierung wurde er entlassen, nun will der Bundestagsabgeordnete Christian Hirte neuer Vorsitzender der Thüringer CDU werden. Der bisherige Landes-Vize der Partei würde damit den scheidenden Mike Mohring ersetzen. Die Chancen für Hirte stehen gut. Doch für welche politische Richtung steht der 43-Jährige?

    Bis zu seinem erzwungenen Rücktritt Anfang Februar 2020 war Christian Hirte Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer. Der Bundestagsabgeordnete wurde 1976 in der Kurstadt Bad Salzungen geboren und ist seit 2014 einer der drei stellvertretenden Vorsitzenden der Thüringer CDU. Nun will er an die Spitze seiner Landespartei, wie er selbst am Dienstagabend auf Twitter mitteilte.

    ​Der derzeitige Landeschef Mike Mohring will nach starker innerparteilicher Kritik an seinem Agieren nach der Thüringer Landtagswahl nicht erneut für den Vorsitz kandidieren. Sein potentieller Nachfolger ist nicht unumstritten: Hirte war als Ostbeauftragter nach der Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten Anfang Februar zurückgetreten – auf „Anregung“ der Kanzlerin. Er hatte Kemmerich via Twitter zur Wahl gratuliert. Dafür war er später auch in der eigenen Partei und seitens der Führung im Konrad-Adenauer-Haus kritisiert worden.

    Ein Jurist durch und durch…

    Hirte trat 1995 in die CDU ein, von 1999 bis 2005 war er Vorsitzender der Jungen Union im Thüringer Wartburgkreis, den er seit 2008 im Bundestag vertritt. Er war dort Mitglied im Haushaltsausschuss und im Rechnungsprüfungsausschuss sowie Obmann für die CDU im damaligen Cum/Ex-Untersuchungsausschuss.

    Der gelernte Jurist und Fachanwalt für Steuerrecht gehörte 2013 auch dem Deutsch-Amerikanischen „Young Leaders“-Programm der Atlantik-Brücke an. Zu den prominenten Absolventen dieser Führungskräfte-Weiterbildung gehören unter anderem Ex-Bundespräsident Christian Wulff, Bundesbankpräsident Jens Weidmann, Grünen-Politiker Cem Özdemir, Ex-Bundesinnenminister Thomas de Maizière und der ehemalige deutsche Botschafter in den USA, Wolfgang Ischinger.

    Das C in CDU…

    Der Vater von zwei Töchtern setzt sich als Mitglied der Initiative „Christdemokraten für das Leben“ vehement gegen Abtreibungen und für den Erhalt des „christlichen Menschenbilds“ ein. Hirte unterstützte im vergangenen Jahr Hans-Georg Maaßen, als innerhalb der CDU Initiativen für einen Parteiausschluss des Ex-Verfassungsschutz-Präsidenten laut wurden. Hirte erklärte damals im ostdeutschen Wahlkampf:

    „Zur Wahrheit gehört eben auch, dass wir uns als CDU, als Volkspartei, freuen sollten, wenn wir breit aufgestellt sind.“

    Als Ost-Beauftragter zog Hirte ein „überwiegend positives Fazit“ der Erfolge seit 1990, auf die die Ostdeutschen stolz sein könnten. Es gebe aber auch Probleme: Die niedrigere Wirtschaftsleistung und Durchschnittslöhne auf 84 Prozent des Westniveaus seien aus seiner Sicht dem „wirtschaftlichen Zusammenbruch nach 1990“ geschuldet. Hirte verwies außerdem auf den „massiven Bevölkerungsverlust“ von rund zwei Millionen Ostdeutschen seit 1990, vor allem von Frauen und jungen, gut ausgebildeten Fachkräften.

    Zeitpunkt unbekannt

    Unklar ist, wann die Thüringer CDU einen neuen Vorsitzenden wählt. Der für den 18. April geplante Landesparteitag wurde wegen der Corona-Epidemie verschoben. Einen neuen Termin gibt es offiziell noch nicht. Auch die übrige Besetzung des neuen CDU-Landesvorstands ist noch unklar.

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    Tags:
    Thüringen, Mike Mohring, CDU, Christian Hirte