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    Eine gebürtige Hamburgerin und vierfache Mutter, die sich 2015 der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS)* angeschlossen haben soll, muss sich nun vor Gericht in mehreren Anklagepunkten verantworten. 

    Vor dem Hanseatischen Landesgericht in Hamburg beginnt am Montag (9.00 Uhr) ein Prozess gegen die Witwe des Berliner Gangsterrappers und späteren IS-Mitglieds Denis Cuspert alias Deso Dogg. Die Bundesanwaltschaft wirft der 35 Jahre alten Deutsch-Tunesierin Omaima A. Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor. Sie soll Anfang 2015 mit drei kleinen Kindern ihrem Mann nach Syrien gefolgt sein und sich dort dem „Islamischen Staat“ angeschlossen haben.

    Mit Kindern im Kampfgebiet

    Omaima A. lebte den Angaben zufolge mit ihren Kindern – damals im Alter von knapp acht und zwei Jahren sowie acht Monaten – in der IS-Hochburg Rakka. Indem sie die Kinder in ein Kampfgebiet mitnahm, habe sie deren körperliche und psychische Entwicklung gefährdet und ihre Fürsorge- und Erziehungspflicht gröblich verletzt, heißt es in der Anklage.

    Sie soll ihre Kinder im Sinne des IS erzogen haben. Ihre älteste Tochter habe sie auf eine Schule der Terrororganisation geschickt. Außerdem habe sie sich mit einer Schusswaffe in der Öffentlichkeit gezeigt und ihren Sohn mit IS-Emblemen ausgestattet. Per E-Mail habe sie Frauen in Deutschland aufgefordert, sich ebenfalls der Terrororganisation anzuschließen.

    Die gebürtige Hamburgerin wird ferner des Menschenhandels und eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit beschuldigt, weil sie eine 13-jährige Jesidin zeitweise als Sklavin in ihrem Haushalt gehalten haben soll. Ein weiterer Anklagepunkt lautet Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Die Angeklagte habe ein Kalaschnikow-Sturmgewehr besessen.

    Drei Jahre nach Rückkehr festgenommen

    Im Frühjahr 2015 soll ihr aus Frankfurt stammender Mann Nadar H. bei einem Luftangriff in der syrisch-kurdischen Stadt Kobane getötet worden sein. Wenige Monate später habe sie dessen Freund Cuspert geheiratet. Cuspert hatte sich 2014 dem IS angeschlossen. In den USA stand er auf der Terrorliste. Der Sohn einer Deutschen und eines Ghanaers soll außerdem in mehreren Propaganda-Videos aufgetreten sein. Der frühere Rapper wurde Medienberichten zufolge im Januar 2018 in Syrien ebenfalls bei einem Luftangriff getötet.

    Nach Streitigkeiten mit Cuspert kehrte Omaima A. im August 2016 hochschwanger nach Deutschland zurück und brachte Anfang September ihr viertes Kind in Hamburg zur Welt, wie aus einem Haftbeschluss des Bundesgerichtshofs hervorgeht. Drei Jahre nach ihrer Rückkehr wurde sie am 9. September 2019 in Hamburg festgenommen. Seither sitzt sie in Untersuchungshaft. Der Staatsschutzsenat am Oberlandesgericht hat 13 Verhandlungstermine bis zum 10. Juli angesetzt.

    *Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten 

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    Tags:
    Menschenhandel, Hamburg, Terrorismus, Gericht, Terrormiliz Daesh, Islamischer Staat