14:21 10 August 2020
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    Nach einem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt haben sich mehrere Mitglieder mit dem Coronavirus infiziert.

    „Wir haben alle Versammlungen abgebrochen. Gottesdienste gibt es jetzt nur noch online”, sagte der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten, Wladimir Pritzkau (64), am Samstag.

    „Bei uns ist es eine schwierige Lage”, so Pritzkau weiter.

    Der Gottesdienst sei am 10. Mai gewesen. Zuvor hatte die „Frankfurter Rundschau” berichtet.

    Die genaue Zahl der Betroffenen konnte Pritzkau nicht nennen. Die meisten seien Zuhause, sechs befänden sich in Krankenhäusern. Der Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt, René Gottschalk, wollte den Fall weder bestätigen noch dementieren: „Ich bin Arzt und unterliege der Schweigepflicht.”

    Wie viele Besucher zu dem Gottesdienst gekommen waren, könne er „nicht genau sagen”, meinte Pritzkau. „Bei uns sind aber alle Regeln eingehalten worden.” Es habe Desinfektionsmittel gegeben, der vorgeschriebene Abstand sei beachtet worden.

    Merh als 40 Infizierte

    Der „Tagesspiegel” berichtete, bei der Veranstaltung am 10. Mai hätten sich mehr als 40 Menschen aus Frankfurt und den umliegenden Landkreisen infiziert. „Die weitaus meisten sind nicht sonderlich krank”, zitierte die Zeitung den Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, Rene Gottschalk. „Nach unserem Kenntnisstand ist auch nur eine Person in einem Krankenhaus”, hieß es.

    Allein aus Hanau hätten sich mindestens 16 Personen bei dem Gottesdienst infiziert, teilte die Agentur Reuters unter Verweis auf die hessische Stadt mit. „Es handelt sich um ein sehr dynamisches Geschehen”, sagte der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes, Antoni Walczok, der „Frankfurter Rundschau”. Die Baptisten-Gemeinde habe aber nichts Unrechtmäßiges unternommen.

    „Es gab keine Verletzung einer Rechtsverordnung”, sagte Walczok.

    In Hessen sind seit dem 1. Mai wieder Gottesdienste unter Wahrung von Abstands- und Hygiene-Regeln erlaubt.

    Wegen des Vorfalls sagte die Stadt Hanau ein für Sonntag geplantes Fastengebet verschiedener muslimischer Institutionen ab.

    „Angesichts der jüngsten Entwicklungen beim Infektionsgeschehen in Hanau ist das Risiko zu groß”, zitiert Reuters Oberbürgermeister Claus Kaminsky.

    Zu der Veranstaltung in einem Sportstadion wären möglicherweise mehr als 1000 Gläubige aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet nach Hanau gekommen.

    Religiöse Versammlungen sind seit dem 1. Mai unter Auflagen wieder erlaubt. So muss in Kirchen und anderen Gotteshäusern der Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen den Menschen eingehalten werden, nötig sind zudem weitere Hygienemaßnahmen wie das Aufstellen von Desinfektionsspendern.

    Über die Zahl der Gemeindemitglieder wollte Pritzkau keine Angaben machen. Die meisten kämen aus dem Raum Frankfurt. In der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten finden die Gottesdienste laut Homepage in deutscher und russischer Sprache statt. Ihr Sitz ist im Stadtteil Rödelheim im Westen von Frankfurt.

    Neue Corona-Fälle in Deutschland

    Das Robert-Koch-Institut (RKI) bestätigt insgesamt 177.850 Infektionen (Stand: 23.05.2020, 00:00 Uhr) mit dem Coronavirus in Deutschland, das ist ein Plus von 638 zum Vortag. Weitere 42 Todesfälle wurden gemeldet, insgesamt sind damit bislang 8216 Menschen an dem Virus gestorben. Genesen sind laut Internetseite des RKI rund 159.900 Menschen, rund 800 mehr als am Vortag.

    ai/dpa/rtr

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    Covid-19, Coronavirus, Gottesdienst, Frankfurt am Main, Deutschland