05:27 31 Oktober 2020
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    Vor allem aus Italien und Frankreich hat Deutschland Corona-Patienten aufgenommen. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer und Berlins Regierender Bürgermeister Müller setzen sich nun dafür ein, auch Erkrankte aus Russland in deutschen Kliniken zu behandeln.

    „Es wäre ein starkes Zeichen der Europäischen Union, wenn wir auch Patienten aus Russland bei uns behandeln würden“, so der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) im Interview mit dem Nachrichtenportal „Spiegel“. Dies müsste eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. „Wir versuchen insgesamt in Europa zu helfen. Und ich finde, wir sollten auch solidarisch sein mit Russland.“

    Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) bietet derweil von der Corona-Pandemie betroffenen Partnerstädten an, Covid-19-Patienten in Berliner Krankenhäusern behandeln zu lassen. „Auch unserer Partnerstadt Moskau habe ich ein Angebot übermittelt. Bislang gab es keine Reaktion, ich bin dafür nach wie vor offen“, sagte Müller der Tageszeitung „Tagesspiegel“.

    „Wir haben Kapazitäten dafür“

    Etwa 8000 der 20.000 Berliner Klinikbetten sind frei, zudem gebe es das Reservezentrum auf der Messe. Er habe kürzlich zu einer Videoschalte geladen, um über Erfahrungen in der Krise zu sprechen, so Müller:

    „Da haben 14 meiner Amtskollegen teilgenommen, beispielsweise Ekrem Imamoglu aus Istanbul und Sadiq Khan aus London.“

    „Wenn es in Russland einen Engpass gibt, bin ich sehr dafür, Patienten aus Russland zu versorgen. Wir haben Kapazitäten dafür“, sagte auch Matthias Kochanek, Leiter der internistischen Intensivmedizin an der Universitätsklinik Köln, dem deutschen Auslandsrundfunk „Deutsche Welle“ (DW). Die Klinik hat rund 120 Intensivbetten, aber Patienten mit COVID-19, die künstlich beatmet werden müssen, gibt es dort derzeit keine.

    Neben Köln ist auch das Universitätsklinikum Bonn bereit, Patienten aus Russland aufzunehmen. Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Klinik, erklärte der DW, normalerweise würden immer wieder Patienten aus Russland und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion behandelt. Doch wegen der geltenden Corona-Restriktionen könnten zurzeit keine Patienten aus Russland nach Deutschland einreisen.

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    Michael Müller, Michael Kretschmer, Berlin, Sachsen, Hilfe, Russland, Coronavirus