06:52 01 Dezember 2020
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    Durch private Feiern zum Zuckerfest verbreitet sich in Göttingen das Coronavirus wieder stärker. Zur Eindämmung der Infektion mussten Schulen und Kitas dicht machen.

    In Göttingen ist es nach dem muslimischen Zuckerfest zu einem Coronavirus-Ausbruch gekommen. Die Zahl der Infizierten lag zuletzt bei 80 Personen. Dieser Wert könne sich aber erhöhen, es stünden noch Testergebnisse aus, zitiert die DPA die Leiterin des Krisenstabs in Göttingen, Petra Broistedt.

    Private Feierlichkeiten als mögliche Ursache des Ausbruchs

    Als Ursache für den Corona-Ausbruch sehen die Behörden die Feierlichkeiten im Rahmen des Zuckerfestes. Damit begehen Muslime das Ende des Fastenmonats Ramadan. Laut Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler war es dabei am 23. Mai zu Verstößen gegen Hygiene- und Abstandsregeln gekommen – allerdings nicht in den Moscheen.

    Zu den privaten Feierlichkeiten sollen auch auswärtige Gäste angereist sein.

    Im Kontext der Infektionen habe eine Shisha-Bar in Göttingen eine „nicht unwesentliche Rolle“ gespielt, so der SPD-Politiker. Dort sollen verschiedene Personen mit demselben Mundstück geraucht haben. Warum in der Bar gefeiert wurde, wird ebenfalls weiter untersucht.

    Unter den Covid-19-Fällen sind auch 24 Kinder.

    Schulen und Kitas dicht

    Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, schließt die Stadt alle Göttinger Schulen und einige im Landkreis für diese Woche. Danach soll es dort eine zweiwöchige Maskenpflicht geben. Auch vier Kitas bleiben zu.

    Wegen der Maßnahme wächst nach DPA-Angaben bei Eltern und Schulleitern der Unmut über Schulschließungen in der niedersächsischen Stadt.

    „Es ist erschreckend, dass es Menschen gibt, die meinen, für sie gelten die Regeln nicht oder für sie wären die Regeln unter bestimmten Umständen außer Kraft gesetzt“, sagte der Leiter der Neuen Integrierten Gesamtschule Göttingen, Lars Humrich, am Mittwoch der Agentur zufolge.

    Für die Kinder und Jugendlichen bedeute die neuerliche Schließung aller Schulen in Göttingen eine weitere Verunsicherung.

    Der Stadtelternrat in Göttingen unterstütze die Entscheidung der Stadt, sagte der Vorsitzende des Göttinger Stadtelternrats, Janek Freyjer, dem Sender Hit Radio FFH.

    „Wir haben selbst die Schließung der Schulen gefordert.“

    Das sei das „kleinere Übel“, als mit einem „Infektionsgeschehen umgehen zu müssen, das nicht mehr unter Kontrolle zu bringen wäre“.

    Für die Verstöße gegen die Corona-Regeln hat Freyjer aber kein Verständnis.

    „Die Eltern sind unglaublich sauer, dass einige so unverantwortlich handeln.“

    Hunderte Menschen kommen in Quarantäne

    Mehrere Hundert Menschen befinden sich derzeit in Quarantäne. Es handele sich um 230 Personen in der Stadt und im Landkreis Göttingen sowie 140 im restlichen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, so Broistedt.

    Angesichts des Corona-Ausbruchs in Göttingen und der Bilder von Menschenansammlungen im Freien zeigte sich der hessische Virologe Friedemann Weber besorgt. Die Ansteckungsgefahr mit dem Virus sei in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen am höchsten, sagte Weber gegenüber der „Rhein-Neckar-Zeitung“. Das bedeute aber nicht, dass die Gefahr im Freien nicht gegeben sei.

    Coronavirus

    Die Weltgesundheitsorganisation hatte am 11. März den Ausbruch des neuen Covid-19-Erregers als Pandemie eingestuft.

    Weltweit wurden laut der Johns-Hopkins-Universität (JHU) bereits mehr als 6,4 Millionen Menschen mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert. Bisher wurden demnach 381.528 Todesopfer registriert.

    Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Deutschland beträgt nach Angaben der Organisation 184.121. An der neuartigen Krankheit seien 8587 Patienten gestorben.

    mo/mt/dpa

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