03:40 14 Juli 2020
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    Die Autoattacke und der anschließende Angriff mit Stichwerkzeugen, die sich am Mittwoch in München ereigneten und bei der drei Personen verletzt wurden, sind aller Wahrscheinlichkeit nach auf einen Streit im Rocker-Milieu zurückzuführen. So lassen sich die Erkenntnisse zusammenfassen, die von der Polizei bislang veröffentlicht wurden.

    Am Mittwochnachmittag gegen 16:00 Uhr in der Münchener Ungererstraße, in der Nähe des U-Bahnhofes Alte Heide, direkt am Nordfriedhof. Vor den zunächst ungläubig staunenden Passanten spielen sich filmreife Szenen ab. Ein schwarzer Kleintransporter fährt direkt in eine kleine Personengruppe auf dem Gehweg, wo bereits ein Mann am Boden liegt, der zuvor von Männern angegriffen worden war. Die Insassen des Transporters und die bereits erwähnten Männer des ersten Angriffs, die aus einem weiteren Fahrzeug erneut am Tatort auftauchen, prügeln und stechen sofort auf den am Boden liegenden Mann und zwei andere Personen ein, die ihm zur Hilfe geeilt waren. Die drei Männer werden schwer, aber nicht lebensbedrohlich verletzt. Inzwischen haben sich die Augenzeugen besonnen und rufen die Polizei zur Hilfe. Die Täter flüchten.

    Mit einem Großaufgebot von mehr als 40 Streifenwagen und Einsatzhundertschaften wird der Tatort weiträumig abgesperrt. Ermittler befragen Augenzeugen und sichern Spuren. Eine Großfahndung nach den Tätern wird eingeleitet. Die ganze Nacht hindurch gehen die Ermittlungen weiter und werden Vernehmungen durchgeführt. Nicht nur mit den geschädigten Personen, sondern auch mit ersten Tatverdächtigen, denn aufgrund des hohen Ermittlungsdrucks können in der Nacht fünf Personen festgenommen werden, von denen bei Redaktionsschluss dieses Artikels nur noch einer in Untersuchungshaft verblieben ist.

    Keine 24 Stunden nach der Tat hat die Polizei eine mögliche „heiße Spur“

    Am Donnerstagmittag gibt die Polizei dann bekannt, dass die intensiven Ermittlungen den Verdacht verstärkt haben, dass es sich bei dem Angriff um eine Auseinandersetzung im Rocker-Milieu handeln könnte. Wörtlich heißt es bei der Polizei München:

    „Nach den ersten vorläufigen Ermittlungen gab es eine Vorbeziehung zwischen den Tätern und den Verletzten, die auf einen Zusammenhang mit dem Rocker-Milieu hindeutet.“

    Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte in einem Interview mit dem Privatradio „Antenne Bayern“: „Offensichtlich haben wir es mit einer äußerst brutalen Auseinandersetzung polizeibekannter Rockergruppen zu tun.“ Die Boulevard-Zeitungen „Bild“ und „Abendzeitung“ berichteten, dass es sich bei den Angreifern um Mitglieder der „Hells Angels“ gehandelt haben soll, während die Opfer der Gruppierung „Black Jackets“ angehören oder angehört haben sollen. Diese sieht sich selbst als Rocker-Gang, wird aber in der Rocker-Szene nicht von allen als gleichwertig betrachtet und entsprechend behandelt.

    Es wäre keine unübliche Konstellation im Rocker-Milieu: Ein „Opfer“ als „Täter“

    Das Hauptcharakteristikum der „Black Jackets“ ist, dass sie von jungen Männern mit türkischem, italienischem und jugoslawischem Migrationshintergrund gegründet wurde. Das würde zu Informationen passen, die der „Bild-Zeitung“ zugetragen worden sein sollen, wonach es sich bei dem Hauptopfer um Erdinc D. handeln soll, ein ehemaliges Mitglied der „Black Jackets“. Erdinc D. wurde 2015 im Münchener „Crowns Club“ niedergestochen. Mutmaßlich von dem Mitglied der „Hells Angels“, Khaled B. Der Mordversuch wird aktuell vor dem Münchener Schwurgericht verhandelt. Dabei soll sich Erdinc D. äußerst aggressiv und provozierend verhalten. Die Verteidigung des Angeklagten will D. vom Prozess als Nebenkläger ausschließen lassen, weil er sich gewalttätig und kriminell verhalte. So soll er sich vor dem Gerichtsgebäude geprügelt und Zeugen bedroht haben. Glaubt man den Angaben der Anwälte des Angeklagten Khaled B. dann gehe es Erdinc D. nicht um die Aufklärung eines Mordversuches gegen ihn, sondern um die Vorherrschaft in der Münchener Rockerszene, wie die Online-Plattform „Rocker-Blog“ im März 2020 meldete.

    Zwischenzeitlich wurde eine Videoaufnahme bekannt, die Erdinc D. und seinen Bruder Ersin in einem Schnellimbiss zeigen sollen, als sie gemeinsam auf ein Mitglied der „Hells Angels“ eingeprügelt haben sollen.

    Die Polizei München wollte all diese Berichte nicht kommentieren, sondern verwies auf die laufenden Ermittlungen und ihren Aufruf an Augenzeugen, sich bei der Polizei zu melden, um die Ermittlungen und die Aufklärung des Geschehens zu beschleunigen.

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    Tags:
    Mordversuch, München, Rocker, Kriminalität, Bayern, Deutschland