01:16 11 Juli 2020
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    Der Bundestag hat Ende vergangenen Jahres gegen die Stimmen der Linkspartei beschlossen, ein Mahnmal für Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland zu errichten. 67 Jahre nach dem Volksaufstand in der DDR nimmt der Beirat zur Schaffung des Gedenkorts seine Arbeit auf. Er sei mit „herausragenden Persönlichkeiten“ besetzt.

    Zukünftigen Generationen sollten mit dem Denkmal Gefahren und Folgen totalitärer und diktatorischer Systeme bewusst gemacht, der friedliche Widerstand gewürdigt und die Wertschätzung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit weiter geschärft werden, so die Verlautbarung des Bundes.

    Der am Mittwoch zusammengetretene Beirat soll die Erstellung eines Konzeptes begleiten, das die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gemeinsam mit der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) im Auftrag des Kulturstaatsministeriums erarbeitet.

    „Das Mahnmal soll an die unzähligen Frauen, Männer, Jugendlichen und Kinder erinnern, die Opfer des Kommunismus, von Diktatur, von Willkür und Gewalt geworden sind. Es schließt jene mit ein, die wegen ihrer sozialen Herkunft, wegen ihres unangepassten Verhaltens oder auf Grund ihres Wunsches, anders zu leben oder die DDR zu verlassen, verhaftet, diskriminiert und ihrer Lebenschancen beraubt wurden“, so Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

    Ort der Aufklärung über Diktatur und Widerstand

    Noch heute würden sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern viele Menschen unter den Folgen kommunistischer Gewaltherrschaft leiden, teilte die Ministerin mit.

    Mit Blick auf den Jahrestag des Arbeiteraufstandes in der DDR sagte Grütters, die Gedenkstätte solle zu einem Ort der Aufklärung über Diktatur und Widerstand werden und auf nachdrückliche Weise den Wert von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten bewusst machen. „Selbstverständlich sollen auch all jene Bürgerinnen und Bürger gewürdigt werden, die den Mut hatten, sich gegen die kommunistische Diktatur zu erheben und Widerstand zu leisten.“

    „Herausragende Persönlichkeiten“ mit Konzept beauftragt

    Für den Beirat seien „herausragende Persönlichkeiten“ gewonnen worden: Zeitzeugen sowie Vertreter von Wissenschaft und Politik.  

    Gründungsmitglieder sind unter anderen die ehemalige Stasi-Unterlagenbeauftragte Marianne Birthler, die Schriftstellerin Ines Geipel, Ex-Staatssekretär Stephan Hilsberg, der Gründungsmitglied der Sozialdemokratischen Partei der DDR (SDP) war, die Bürgerrechtlerin Gesine Oltmanns, die sich als Aktivistin bei den Montagdemonstrationen in Leipzig hervortat.

    Zudem sind Jörg Ganzenmüller, Professor für Europäischen Diktaturenvergleich an der Universität Jena, Claudia Weber vom Lehrstuhl für europäische Zeitgeschichte an der Europa-Universität Viadrina an Bord sowie Olaf Weißbach, der Geschäftsführer der Robert-Havemann- Gesellschaft, die das bedeutendste Archiv für DDR-Opposition beherbergt.

    Das inhaltliche Konzept für die Gedenkstätte soll im Spätherbst 2020 vorliegen. Über Kosten wie Standort für das Mahnmal ist noch nichts bekannt – der Deutsche Bundestag hätte darüber zu beschließen.  

     

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    Tags:
    Mahnmal, DDR