18:23 23 November 2020
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    Nach dem massiven Corona-Ausbruch mit mehr als 1300 Infizierten bei dem Fleischkonzern Tönnies bleiben dem Kreis Gütersloh drastische Einschränkungen des Alltags vorerst erspart. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet stellte aber nach einer Krisensitzung klar: Ein regionaler Lockdown sei weiter eine Option, um die Infektionen einzudämmen.

    In der Kritik von Politik und Verbraucherschützern stehen der Unternehmer Clemens Tönnies sowie die Branche insgesamt - der Vorwurf: Ungesunder Preiskampf bei Fleisch zu Lasten der Beschäftigten, der Landwirte und des Tierwohls.

    Es gebe „ein enormes Pandemie-Risiko“, warnte Laschet am Sonntag in Gütersloh. Das Infektionsgeschehen sei jedoch bei der Firma lokalisierbar, und es gebe keine Infektionskette in die übrige Bevölkerung der Region. Sein Kabinett war zu einer Krisensitzung zusammengekommen.

    Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die Entscheidung für falsch.

    „Der Ausbruch blieb so lange unentdeckt, dass er sich längst auf die Bevölkerung ausdehnen konnte“, schrieb er auf Twitter. 

    Lokale Ausbrüche wie im Kreis Gütersloh bestimmen weiterhin das Infektionsgeschehen in Deutschland. Insgesamt haben die lokalen Behörden dem Robert Koch-Institut (RKI) 687 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet, wie das RKI meldete (Datenstand 21.06., 0.00 Uhr). Die Zahl der Neuinfektionen liegt deutlich über den Werten, die bis etwa Mitte Juni täglich gemeldet wurden.

    Die Zahl der Infizierten in der Fabrik in Rheda-Wiedenbrück stieg bis Sonntag nach Angaben des Kreises auf 1331. Die Tests auf dem Gelände der Firma seien am Samstag abgeschlossen worden, hieß es. Insgesamt 6139 Tests seien gemacht worden, 5899 Befunde lägen zunächst vor, bei 4568 Beschäftigten sei das Virus nicht nachgewiesen worden.

    In den vier Krankenhäusern im Landkreis werden derzeit 21 Covid-19-Patienten stationär behandelt. Davon liegen 6 Personen auf der Intensivstation, zwei von ihnen müssen beatmet werden. Fünf der sechs sind nach Angaben des Kreises Tönnies-Beschäftigte.

    Laschet warnte Tönnies-Beschäftigte aus anderen Ländern vor einer überstürzten Abreise in ihre Heimat und versprach „bestmögliche medizinische Behandlung“ in Deutschland.

    jeg/dpa

     

     

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