11:31 06 August 2020
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    Bei einer Pressekonferenz am Dienstag sind weitere Details zu der seit Tagen dauernden Fahndung nach einem Mann aus Oppenau im Schwarzwald publik gemacht worden.

    Bei dem Gesuchten handelt es sich um einen 31-Jährigen, der am Sonntag vier Polizisten mit gezückter Schusswaffe bedrohte und ihnen die Dienstwaffen abnahm. Anschließend flüchtete er in einen Wald.

    „Wir wissen nicht, was den Schuldigen bewogen hat, so zu handeln“, zitiert die DPA den Oberstaatsanwalt Herwig Schäfer.

    Die Ermittlungsbehörden gehen laut dem Oberstaatsanwalt nicht von einem rechtsradikalen Hintergrund aus. Der Gesuchte sei „als Waffennarr einzustufen“ – er habe eine „große Affinität zu Waffen“.

    Der 31-Jährige sei ein Vorbestrafter ohne festen Wohnsitz und werde mit nationalem und europäischem Haftbefehl gesucht – wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung.

    Die Ermittler gehen nach Angaben des Polizeipräsidenten Reinhard Renter davon aus, dass sich der Gesuchte noch in der Region Oppenau aufhalte.

    „Er lebt im Wald, er fühlt sich hier sicher“, so der Beamte. „Der Wald ist schlicht sein Wohnzimmer.“

    Renter zufolge war die Lage bei der Festnahme am Sonntag zumindest für einen Kollegen lebensbedrohlich. Nur durch das besonnene Verhalten der Polizisten habe es keine Verletzten gegeben. Der Polizeipräsident zeigte sich verärgert über Kommentare in sozialen Netzwerken, in denen sich Nutzer über die Polizisten lustig gemacht hatten.

    Es werde weitere Durchsuchungen und verdeckte Maßnahmen geben. Aktuell seien etwa 200 Polizisten im Einsatz. Am Montag hätten sogar bis zu 440 Beamte, darunter Spezialkräfte, das unwegsame und steile Waldgelände im Ortenaukreis durchsucht und das Städtchen Oppenau gesichert.

    Vorbestrafter „Waffennarr“

    Der Gesuchte war laut Schäfer nie in einem Schützenverein. Bereits 2010 sei ihm untersagt worden, Waffen und Munition zu besitzen. Er habe im Herbst seine Wohnung in Oppenau verloren und sei seitdem ohne festen Wohnsitz. Einen Beruf habe er gelernt, sei aber zuletzt arbeitslos gewesen.

    2010 war er zu einer Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Er hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Pforzheim im Jahr zuvor mit einer Sportarmbrust auf eine Frau geschossen und diese schwer verletzt.

    mo/mt/dpa

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