04:40 08 August 2020
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    Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert die Einführung von Fingerabdrucksensoren, nachdem die Polizeidaten in Hessen wiederholt missbraucht worden waren.

    Der Gewerkschaft zufolge sollen die Standardarbeitsplätze mit der entsprechenden Technik ausgerüstet werden.

    „Dies wäre zum einen eine Vereinfachung der Anmeldeprozedur und zum anderen eine wirklich sichere Methode, um zu verhindern, dass Dritte mit meinen Zugangsdaten Systemabfragen durchführen“, betonte der GdP-Vorsitzende Andreas Grün am Mittwoch.

    Allerdings hatte der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) am Dienstag andere Schritte angekündigt: Die nach den Drohschreiben gegen die Frankfurter Anwältin Seda Başay-Yıldız ergriffenen Sicherheitsmechanismen hätten sich offenkundig als unzureichend herausgestellt.

    „Daher werden wir bei den Anfrageregeln den Resetknopf drücken. Jeder Polizist wird neue Zugangsdaten erhalten und sich zur absoluten Geheimhaltung dieser Daten verpflichten“, erklärte Beuth.

    Der Vorschlag von Beuth sorgte aber für Kritik seitens der Gewerkschaft der Polizei.

    „Den Vorschlag von Beuth, die Zugangsdaten zu resetten, halte ich nicht für zielführend. Zwar wären dann eventuelle Weitergaben von Passwörtern zunächst unterbunden. Aber ab dem Tag danach hätten wir wieder die gleichen Anmeldevoraussetzungen mit all ihren Schwächen“, sagte der GdP-Vorsitzende.

    Grün zufolge muss eine Überprüfung des Fingerabdrucks so eingerichtet werden, dass „zu jeder neuen Datenabfrage der Finger aufgelegt werden muss“. Dies stelle keinen nennenswerten Zeitfaktor in der Arbeit dar und sorge für mehr Sicherheit für Polizeibeamte, so Grün.

    Hessens Polizeipräsident Münch tritt wegen Drohmails zurück

    Am Dienstag war der hessische Landespolizeipräsident Udo Münch wegen der Affäre um Drohmails sowie ein mögliches rechtes Netzwerk in der Polizei zurückgetreten. Auslöser für diese Affäre waren die Drohmails mit der Unterschrift „NSU 2.0“, die an die  Fraktionsvorsitzende der Linken im hessischen Landtag, Janine Wissler, geschickt worden waren. Bevor die Vize-Bundesvorsitzende der Partei die Drohungen per E-Mail erhalten hatte, waren ihre persönlichen Daten über einen hessischen Polizeicomputer abgefragt worden.

    ac/mt/dpa

     

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    Tags:
    Hessen, Affäre, Drohungen, Computer, Schutz, Fingerabdruck, Forderung, Polizeigewerkschaft GdP