09:46 12 August 2020
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    Das deutsche Verteidigungsministerium hat in einer Antwort auf eine schriftliche Frage der Innenpolitikerin Martina Renner von der Linken-Partei Näheres über aus den Beständen des Kommandos Spezialkräfte (KSK) fehlenden Sprengstoff mitgeteilt.

    Bei den vermissten 62 Kilogramm Sprengstoff handle es sich ausschließlich um PETN, zitiert die DPA am Donnerstag aus der Antwort. PETN-Pulver kommt etwa in Handgranaten oder als Bestandteil des Plastiksprengstoffs Semtex zur Anwendung. Der gleiche Stoff war auch bei einem inzwischen inhaftierten Soldaten in Nordsachsen gefunden worden.

    „Die Feststellung des Unterbestandes ist als vorläufiges Ergebnis zu betrachten, das sich aus einem Abgleich zwischen Ist-Bestand vor Ort und Soll-Bestand im logistischen Buchungssystem ergeben hat“, so die Behörde.

    Über den Verbleib des fehlenden Sprengstoffs solle eine Generalinventur Klarheit verschaffen, die bis zum Beginn des kommenden Jahres abgeschlossen sein werde.

    Waffenfund bei KSK-Soldaten in Nordsachsen

    Zwei Kilogramm PETN (Pentaerythrityltetranitrat) waren Mitte Mai in einem Waffenversteck eines 45-jährigen Soldaten der Bundeswehr-Eliteeinheit KSK in Collm entdeckt worden. Bei der Razzia fand die Polizei damals auch ein SS-Liederbuch und Aufkleber mit Nazi-Motiven.

    Der Mann, der das geheime Waffendepot auf seinem Privatgrundstück angelegt hatte, war 2017 Teilnehmer der Party für den Chef der zweiten Kompanie gewesen, die zum Auslöser der Rechtsextremismus-Affäre beim KSK wurde. Bei der Feier wurden Schweineköpfe geworfen, Rechtsrock gehört und der Hitlergruß gezeigt.

    Die „Bewährungsfrist“ für das KSK endet am 31. Oktober. Dann will Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer entscheiden, ob die bis dahin unternommenen Reformschritte ausreichend sind oder das Spezialkommando ganz aufgelöst wird.

    Hintergrund

    Zuvor hatte der „Spiegel“ über den zwölfseitigen Brandbrief eines KSK-Offiziers an die Verteidigungsministerin berichtet, in dem dieser auf weit verbreiteten Rechtsextremismus in der Einheit hinweise. Darin fordert der Soldat Annegret Kramp-Karrenbauer eindringlich zum Einschreiten auf.

    Dem Brief zufolge würden Hinweise auf rechtsextreme Kameraden innerhalb des rund 1000 Mann starken KSK „intern zwar wahrgenommen, aber aus unterschiedlicher Motivlage kollektiv ignoriert oder gar toleriert“. Folgen seien „eine Art Kadavergehorsam“ und eine „Kultur des Hinnehmens rechtswidrigen Verhaltens“.

    mo/mt/dpa

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