05:51 15 August 2020
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    Die baden-württembergische Landesregierung verbietet Ganzkörperschleier an Schulen in dem Bundesland. Internet-Benutzer reagierten auf die neue Regelung sowohl mit Unterstützung als auch mit Verwirrung und Ablehnung.

    Wie Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann bestätigte, habe der Ministerrat am Dienstag beschlossen, dass es für Schüler nicht mehr erlaubt sei, mit Ganzkörperverhüllung in die Schule zu gehen. Für Lehrer gelte das ohnehin bereits.

    In einer freien Gesellschaft sollte man sich überhaupt nicht voll verschleiern, sagte Kretschmann laut der DPA. Auch wenn solche Fälle nicht zu erwarten seien, brauche es selbst für seltene Einzelfälle eine gesetzliche Regelung. An Hochschulen sei die Lage komplizierter, deshalb habe man ein solches Verbot zunächst einmal für Schulen beschlossen.

    Viele positive Reaktionen unter Usern

    Die neue Regelung wurde von vielen Internet-Benutzern unterstützt. Einige behaupteten, dass das Verbot der Gesichtsschleier nichts mit der Religionsfreiheit zu tun habe.

    „Sehr gut, das Land von Kretschmann und Palmer zeigt, dass schwarz-grün funktionieren kann“, schrieb etwa ein Twitterer unter dem Namen Alman.

    Einige Befürworter fragten jedoch, ob „das Problem da echt so groß“ sei, dass ein gesetzliches Verbot notwendig sei.

    Nimmt Verbot den Betroffenen Chance auf Bildung?

    Viele Kritiker warfen der baden-württembergischen Regierung aber vor, die Möglichkeit für einige Schülerinnen, den Unterricht zu besuchen, mit dem Verbot von Schleiern wie Burka oder Nikab unter Risiko gestellt zu haben.

    „Seit dem Beschluss denke ich über den inhaltlichen Unsinn nach, den Schülerinnen die Bildung zu verweigern, die sie am nötigsten brauchen, um aus den patriarchalisch religiösen Strukturen auszubrechen“, meinte der User „ak“.

    Darüber hinaus wunderten sich manche Internet-Benutzer, wie das so genannte Burkaverbot und die zur Eindämmung der Corona-Pandemie geltende Pflicht, in der Öffentlichkeit einen Mundschutz zu tragen, zusammenpassen.

    Anfang Februar hatte das Hamburgische Oberverwaltungsgericht das Tragen eines Gesichtsschleiers in der Schule gestattet. Eine Beschwerde der Stadt gegen die Gerichtsentscheidung wurde zurückgewiesen. Für eine Anordnung der Schulbehörde an die Mutter der 16-Jährigen, dafür zu sorgen, dass die Tochter im Unterricht ihr Gesicht zeige, fehle die gesetzliche Grundlage, so das Gericht.

    mo/mt/dpa

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