11:56 26 September 2020
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    Deutschland hat dem Libanon nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut einen größer angelegten Hilfseinsatz der Bundeswehr angeboten. Dazu wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auch der für den Transport Schwerverletzter ausgerüstete Luftwaffen-Airbus A310 „MedEvac” bereitgestellt.

    Geprüft wurde am Donnerstag, ob das Luftlanderettungszentrum der Bundeswehr – eine mobile Sanitätseinrichtung – aufgebaut werden kann. Ein Erkundungsteam des Sanitätswesens der Bundeswehr soll kurzfristig eingeflogen werden und die Lage in Beirut vor Ort prüfen.

    Geplant ist auch, die Korvette „Ludwigshafen am Rhein” aus dem laufenden Einsatz der UN-Libanon-Truppe von Zypern aus nach Beirut zu verlegen. Geprüft wird aber noch, ob dies von libanesischer Seite gewünscht ist.

    Deutschland bot dem betroffenen Land auch die Hilfe von Such- und Rettungsspezialisten. Sie sind am Mittwoch vom Flughafen Frankfurt am Main aus in Richtung Beirut geflogen, um bei der Suche nach Überlebenden nach den Explosionen vom Dienstag in Beirut zu helfen, bei denen mindestens 135 Menschen getötet und schätzungsweise 300.000 vertrieben wurden. 

    Zuvor hatte das Auswärtige Amt einen Krisenstab eingerichtet, der dem Libanon kurzfristige humanitäre Hilfe leisten soll. Außerdem soll das THW an der Leistung beteiligt sein.

    Explosion in Beirut

    Nach Angaben der libanesischen Regierung vom Vorabend wurden mehr als 130 Menschen getötet, etwa 5000 wurden verletzt. Geschätzt wird, dass bis zu 250.000 Einwohner ihre Wohnungen verloren haben.

    Die genaue Ursache der Detonation ist noch unklar. Sie steht nach unterschiedlichen Berichten in Verbindung mit großen Mengen Ammoniumnitrat, die jahrelang ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen gelagert worden sein sollen. Eine Untersuchungskommission soll bis zur kommenden Woche einen ersten Bericht vorlegen.

    Die heftige Explosion am Dienstag zerstörte große Teile des Hafens, der für die Versorgung des Landes zentral ist, aber auch für den Transport von Hilfsgütern nach Syrien. Die Katastrophe löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus – so schickten mehrere Länder Rettungsmannschaften mit Spürhunden und Experten für die Bergung von Verschütteten.

    msch/dpa

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    humanitärer Einsatz, humanitäre Hilfe, Explosion, Beirut, Libanon, Deutschland