15:04 19 September 2020
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    Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat angesichts steigender Infektionszahlen für ein bundeseinheitliches Vorgehen in der Corona-Pandemie plädiert.

    „Wir werden mit dem Coronavirus weit ins Jahr 2021 leben. Das heißt, man muss jetzt mal anfangen, in größeren Maßstäben zu denken”, sagte Uwe Janssens der Deutschen Presse-Agentur. Es brauche eine Gesamtstrategie, um auf das Infektionsgeschehen zu reagieren.

    „Wir müssen aus diesem Modus rauskommen, 16 Bundesländer bestimmen selbst, wie sie mit dieser Pandemie umgehen”, sagte Janssens.

    Etwa sei es dringend notwendig die Regelungen zum Tragen von Schutzmasken in Schulen und zu Obergrenzen bei Feiern und Veranstaltungen zu vereinheitlichen.

    „Wie kann es etwa sein, dass in einem Bundesland bei Großveranstaltungen bis zu 1000 Menschen zugelassen sind und in Nordrhein-Westfalen nur 150 auf Geburtstagsfeiern”, fragte Janssens.

    Ein einheitliches Vorgehen sei nötig, da größere Menschenansammlungen mögliche Hotspots für die Verbreitung des Coronavirus darstellten.

    Ähnlich äußerte sich zuvor auch der Ärzteverband Marburger Bund und forderte bundesweit einheitliche Vorgaben für Feste und Feierlichkeiten. „Um Ansteckungsrisiken auch im Herbst und Winter zu verringern, sollten sich die Länder bald auf einheitliche Regeln für private und öffentliche Feiern aller Art verständigen”, sagte die Vorsitzende Susanne Johna am Dienstag der Funke Mediengruppe. Wichtig seien etwa Obergrenzen für Gäste und Konzepte fürs Lüften.

    Corona in Deutschland

    Das Robert Koch-Institut hat die höchste Zahl an Neuinfektionen in Deutschland seit mehr als drei Monaten registriert. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 1510 neue Corona-Infektionen. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen hervor.

    Höher lag die Zahl zuletzt am 01. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen lag Anfang April bei mehr als 6000, danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl wieder an.

    Sieben weitere Todesfälle wurden gemeldet, insgesamt sind damit bislang 9243 Menschen an dem Virus gestorben. Genesen sind laut Internetseite des RKI rund 203.900 Menschen, rund 900 mehr als am Vortag.

    ai/dpa/sna

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