14:11 19 September 2020
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    Bei dem Zwischenfall auf der Berliner Stadtautobahn mit mehreren Verletzten hat es sich nach derzeitigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft in Berlin um einen islamistischen Anschlag gehandelt.

    „Nach derzeitigen Erkenntnissen ist es ein islamistisch motivierter Anschlag gewesen”, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Es gebe aber auch Hinweise auf psychische Probleme des 30-jährigen Irakers.

    Mehrere Menschen wurden am Dienstagabend bei den Zusammenstößen des Autofahrers mit anderen Fahrzeugen erheblich verletzt. Gegen den Iraker werde wegen versuchten Mordes in mehreren Fällen ermittelt, sagte der Sprecher. Die Zusammenstöße seien absichtlich verursacht worden.

    „Aufgrund der Umstände gehen wir nicht von einem zufälligen Unfallgeschehen aus”, so der Sprecher. Ein gerammter Motorradfahrer sei schwerst verletzt worden.

    Der Mann rief auf der Autobahn A100 unter anderem „Allahu Akbar“ und sagte „Keiner kommt näher, sonst werdet ihr sterben“, wie der Tagesspiegel mitteilte.

    „Vermeintliche Munitionskiste”

    Der Mann hatte an drei Stellen auf der Autobahn nahe der Berliner Innenstadt die Crashs verursacht. Laut Polizei hatte er eine vermeintliche Munitionskiste dabei. Als er gestoppt wurde, habe er angekündigt, in der Kiste befände sich ein „gefährlicher Gegenstand”, hatte eine Polizeisprecherin gesagt.

    Kriminaltechniker durchleuchteten die Metallkiste. Sie sei für die Aufbewahrung von Munition geeignet gewesen. Die Kiste sei dann mit einem Wassergewehr aufgeschossen worden. Allerdings entdeckte die Polizei darin nichts Verdächtiges, sondern nur Werkzeug.

    Mutmaßlicher Täter postete Hinweise auf Facebook

    Der mutmaßliche Täter von der Berliner Stadtautobahn hat im Internet Hinweise auf die geplante Tat veröffentlicht, bevor er mit einen Fahrzeug mehrere Menschen verletzte. Auf seiner Facebook-Seite postete der Iraker Fotos des Autos, mit dem er später absichtlich mehrere Fahrzeuge rammte, sowie religiöse Sprüche. Die Staatsanwaltschaft geht nach derzeitigen Erkenntnissen von einem islamistischen Anschlag aus.

    Ermittler: Keine Hinweise auf Terrorgruppe - Kreise: Gefährderkontakt

    Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf der Berliner Stadtautobahn haben die Ermittler nach derzeitigem Stand keine Anhaltspunkte für eine Mitgliedschaft des Verdächtigen in einer terroristischen Vereinigung. Das teilten die Generalstaatsanwaltschaft und die Polizei am Mittwoch mit.

    Aus Sicherheitskreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, dass der Iraker in Kontakt gestanden habe zu einem als Gefährder bekannten Islamisten. Der Berliner „Tagesspiegel” berichtete, der Gefährder werde dem Spektrum der Terrormiliz „Islamischer Staat”* zugeordnet.

    Nach der Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei sollte der 30-Jährige einem Haftrichter zum Erlass eines Haftbefehls wegen versuchten Mordes vorgeführt werden. Es sei eine Ermittlungsgruppe „Motorrad” gegründet worden.

    Die Kollisionen des Autofahrers mit anderen Fahrzeugen seien als vorsätzliche Angriffe zu werten, hieß es in der Mitteilung. Sechs Personen wurden demnach verletzt, drei davon schwer.

    „Es handelt sich nach dem derzeitigen Ermittlungsstand um gezielte Angriffe vor allem auf Motorradfahrer mit zum Teil schwerwiegenden Folgen. Äußerungen des Beschuldigten nach seinen Tathandlungen legen eine religiös-islamistische Motivation nahe. Zusätzlich gibt es Hinweise auf eine psychische Labilität”, hieß es.

    *Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten

    ai/dpa/sna

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    Tags:
    Anschlag, Autobahn, Berlin, Deutschland