22:02 30 September 2020
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    Fall Nawalny: Streit um Vergiftung des Kreml-Kritikers (104)
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    Kurz nach einer Erklärung der Bundesregierung am Mittwoch, dass der Kremlkritiker Alexej Nawalny mit einem Wirkstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde, hat das Auswärtige Amt den russischen Botschafter Sergej Netschajew einbestellt, um Russland zu einer Stellungnahme aufzufordern.

    „Ihm wurde dabei nochmals unmissverständlich die Aufforderung der Bundesregierung übermittelt, die Hintergründe dieser nun nachweislichen Vergiftung von Alexej Nawalny vollumfänglich und mit voller Transparenz aufzuklären”, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD). Russland müsse die Verantwortlichen ermitteln und zur Rechenschaft ziehen.

    „Russland sollte selbt ein ernsthaftes Interesse haben an guten Beziehungen zu seinen Nachbarn in Europa. Spätestens nun ist der Zeitpunkt, einen entscheidenden Beitrag dazu zu leisten”, erklärte Maas.

    Auch Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian hat die von einem Bundeswehr-Labor nachgewiesene Vergiftung des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny scharf verurteilt und Aufklärung gefordert. Er sei bestürzt angesichts der Informationen aus Deutschland, teilte Le Drian am Mittwoch mit.

    Die Bundesregierung informierte auch die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) über den Labor-Befund. Der Konvention für die Ächtung von Chemiewaffen ist auch Russland beigetreten.

    Früher am Mittwoch teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit, dass ein Spezial-Labor der Bundeswehr „zweifelfrei” einen Kampfstoff der Nowitschok-Gruppe bei Nawalny nachgewiesen habe. Kurz darauf meldete sich die Bundeskanzlerin zu Wort

    Der Kreml sowie das Außenministerium Russlands erläuterten auf Anfrage russischer Medien, dass Moskau bislang keine Informationen von Deutschland über die Ergebnisse der Untersuchung erhalten habe.

    msch/jeg/dpa

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