17:13 18 September 2020
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    Laut Angaben von „Spiegel” und „Bellingcat” hat sich der Gesundheitszustand des in der Berliner Charité befindlichen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny weiter verbessert. Aus Angst vor möglichen Attentatsversuchen habe die Polizei die Bewachung der Klinik verschärft.

    Demnach kann der Oppositionelle wieder sprechen und „sich vermutlich an Details vor seinem Zusammenbruch an Bord eines Flugzeugs vom sibirischen Tomsk in Richtung Moskau erinnern”.

    Diese Worte von Nawalny könnten die „Hintermänner des Attentats (des angeblichen Giftanschlags – Anm. d. Red.)” gefährden, so „Der Spiegel”. Um ein weiteres Attentat zu verhindern, werde die Polizei zur Überwachung des Bloggers nicht nur vor der Charité, sondern auch direkt im Krankenhaus eingesetzt.

    Nawalnys Pressesprecherin Kira Jarmysch sagte allerdings in Bezug auf den Beitrag von „Spiegel”, er sei „übertrieben” und enthalte „viele faktische Unstimmigkeiten”.

    Die Charité-Klinik hat die neuen Informationen auf Sputnik-Anfrage bislang nicht bestätigt.

    Fall Nawalny

    Alexej Nawalny hatte am 20. August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau das Bewusstsein verloren, woraufhin das Flugzeug unverzüglich in Omsk landete und er in ein Omsker Krankenhaus gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt wurde. Zwei Tage später wurde Nawalny auf Drängen seiner Familie in die Berliner Charité verlegt.

    Die Bundesregierung hatte am 2. September nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr mitgeteilt, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Reihe vergiftet worden sei.

    Die Behauptung der Bundesregierung steht im Widerspruch zu den Befunden der russischen Ärzte, die Nawalny zunächst im Omsker Krankenhaus behandelt hatten. Laut dem leitenden Toxikologen Sibiriens, Alexander Sabajew, wurden in Nawalnys „Entgiftungsorganen“ (Leber, Lungen, Nieren) keine Giftstoffe entdeckt. Im Falle einer Vergiftung müssten in den genannten Organen jedoch Giftspuren festzustellen sein.

    Am 7. September teilten die Ärzte der Berliner Charité mit, dass sich der Gesundheitszustand von Nawalny verbessert habe. Den Angaben zufolge konnte das durch Medikamente aufrechterhaltene künstliche Koma des Patienten beendet werden.

    msch

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    Tags:
    Bellingcat, Der Spiegel, Berliner Charité, Alexej Nawalny