22:41 27 September 2020
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    Nach dem ersten bestätigten Fall der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland sollen in zwei Landkreisen in Brandenburg Krisenmaßnahmen anlaufen.

    Wie die Landes-Verbrauchsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Donnerstag in Potsdam mitteilte, liege der Fundort des toten Wildschweins mit dem Virus im Landkreis Spree-Neiße, aber sehr nah an der Grenze zum Landkreis Oder-Spree. Laut Nonnemacher solle jetzt in einem Radius von mindestens 15 Kilometern um den Fundort herum ein vorläufiges Gefahrengebiet eingerichtet werden, das beide Landkreise umfasse und auch ins Nachbarland Polen reiche.

    In diesem Gebiet seien Beschränkungen vorgesehen. Angeordnet werden solle etwa ein striktes Jagdverbot, um Wildschweine nicht aufzuschrecken, sagte Nonnemacher. Möglich seien auch Nutzungsbeschränkungen für Förster und Bauern, beispielsweise ein Ernteverbot für Maisfelder. Da es auch in diesem Gebiet Schweinehalter gebe, werden ab jetzt alle Veranstaltungen mit Schweinen wie Hoffeste oder Landwirtschaftsschauen untersagt.

    „Wir müssen jetzt alles versuchen, um eine weitere Ausbreitung des Seuchengeschehens zu verhindern“, betonte Nonnemacher.

    Später solle auch eine Kernzone eingerichtet werden. Nach Ansicht des Landestierarztes Stephan Nickisch solle diese Zone einen Radius von mindestens drei Kilometern um den Fundort haben. Zudem solle sie auch eingezäunt werden, das Betreten solle verboten sein.

    Erster Schweinepest-Fall in Deutschland nachgewiesen

    Am Donnerstag teilte die Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) mit, dass die Afrikanische Schweinepest erstmals in Deutschland bestätigt worden sei. Die Tierseuche ist bei einem toten Wildschwein in Brandenburg bestätigt worden. Allerdings ist diese Virusinfektion für Menschen ungefährlich.

    Nachdem die Schweinepest endgültig nachgewiesen worden war, verlor Deutschland den Status als „seuchenfrei“. Nun können Exportstopps für Schweinefleisch ins Nicht-EU-Ausland drohen, zum Beispiel nach Asien. Bei den Bauern gibt es deshalb große Sorgen vor wirtschaftlichen Auswirkungen.

    Seit mehreren Monaten kursiert die Afrikanische Schweinepest in Polen. Im März wurde dort ein daran gestorbenes Wildschwein nur etwas mehr als zehn Kilometer vor der Grenze zu Deutschland entdeckt. Als Ursache für die Verbreitung in Europa wird die illegale Entsorgung von Speiseabfällen vermutet, die den Erreger enthielten.

    ac/mt/dpa

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    Beschränkungen, Maßnahmen, Krisenmanagement, Brandenburg, Deutschland, Fall, Afrikanische Schweinepest