04:42 21 September 2020
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    Die Bundestags-Fraktionschefin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, hat am Dienstag in Berlin die von der Union vorgesehene Aufnahme von 1500 Migranten von den griechischen Inseln in Deutschland als unzureichend kritisiert.

    Sie freue sich „für jeden Menschen, der diesen katastrophalen Umständen entkommen“ könne, so die Abgeordnete. Die Aufnahme von 400 Familien, die bereits positive Asylentscheidungen hätten, sei ein „Alibi-Angebot“.

    „Um signifikant Druck aus der Lage vor Ort zu nehmen, fordern wir eine schnelle Aufnahme von 5000 Menschen“, zitiert die dpa die Politikerin.

    Allein auf Lesbos lebten über 4000 Kinder mit ihren Familien unter menschenunwürdigen Bedingungen.

    „Genau diese Art von Scheinangeboten führt dazu, dass Griechenland der Unterstützung der Europäischen Union nicht vertrauen kann und befürchten muss, am Ende wieder alleine mit den Geflüchteten dazustehen.“

    Aus Göring-Eckardts Sicht reicht es nicht, sich ein paar positiv beschiedene Familien „rauszupicken“. Deutschland und die EU könnten sich nicht der Verantwortung für bestimmte Gruppen von Schutzsuchenden entziehen.

    „Die Geflüchteten auf den griechischen Inseln sind europäische Flüchtlinge. Und zwar von Anfang bis Ende: Von der Aufnahme bis zu einer möglichen Rückführung.“

    „Es muss über diese Zahl auch hinausgehen“

    Am Montag sagte die Grünen-Chefin Annalena Baerbock, die Forderung ihrer Partei, 5000 Migranten aufzunehmen, stamme aus dem Winter. Damals sei die Situation eine andere gewesen.

    „Das heißt, es muss aus meiner Sicht über diese Zahl auch hinausgehen.“

    Das könne man aber nur mit den anderen EU-Ländern besprechen, die zur Aufnahme bereit seien.

    Flüchtlingscamp auf Lesbos

    Das heillos überfüllte Lager Moria auf der Insel Lesbos war in der vergangenen Woche bei mehreren zeitgleichen Bränden zerstört worden. Über 12.500 Flüchtlinge und Migranten wurden wegen des Feuers vertrieben, einige in einem neu errichteten Ersatz-Zeltlager untergebracht.

    Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer verständigten sich darauf, rund 1500 weitere Migranten von den griechischen Inseln aufzunehmen. Es geht dabei um Familien mit Kindern, die in Griechenland bereits als schutzbedürftig anerkannt wurden.

    Seehofer hatte am Freitag mitgeteilt, Deutschland werde von insgesamt 400 unbegleiteten Minderjährigen, die aus Griechenland in andere europäische Länder gebracht werden sollen, 100 bis 150 Jugendliche aufnehmen.

    mo/mt/dpa

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