20:05 05 Dezember 2020
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    Aufgrund der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die deutsche Bundesregierung die österreichische Hauptstadt Wien zum Risikogebiet erklärt und eine entsprechende Reisewarnung ausgesprochen.

    Am Mittwoch erschien eine vom Robert Koch-Institut aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete, in der nun auch das Bundesland Wien als einziges Risikogebiet in Österreich vorhanden ist.

    „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Bundesland Wien wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt“, teilte kurz darauf das Auswärtige Amt mit.

    Die vom Auswärtigen Amt bereits ausgesprochene Reisewarnung ist zwar kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat solch eine Warnung auch eine positive Seite für die Reisenden – diese dürfen dann ihre Buchungen kostenlos stornieren.

    Dabei besteht das zentrale Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet darin, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

    Heftiger Schlag für Wiens Stadttourismus

    Vor diesem Hintergrund ist die neue Einschätzung aus Berlin ein heftiger Schlag für den für die österreichische Hauptstadt wichtigen und ohnehin angeschlagenen Stadttourismus. Als Folge der Corona-Pandemie hatte beispielsweise das Traditionshotel Sacher am Dienstag an seinen Standorten in Wien und Salzburg 140 Mitarbeitern gekündigt. Allein in Wien hatten 105 Beschäftige ihren Job verloren.

    „Dramatischer kann eine Situation nicht sein“, betonte der Sacher-Chef Matthias Winkler.

    Der Umsatz bei Sacher werde 2020 bei nur 25 Prozent des Vorjahres (rund 100 Millionen Euro) liegen. Im nächsten Jahr würden es „vielleicht 30 bis 35 Prozent“, so Winkler. Er rechne damit, dass der internationale Tourismus vier bis Jahre brauchen werde, um sich wieder zu erholen.

    Corona-Neuinfektionen steigen weiter

    Nach Ansicht des österreichischen Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) seien vor allem Feiern im Familien- oder Freundeskreis für die anhaltend hohe Zahl der Corona-Neuinfektionen in der gesamten Alpenrepublik verantwortlich. Laut Anschober befinde sich das Land jetzt in einer entscheidenden Phase.

    Die Prognosen gingen deutlich auseinander. Die eher positive Variante sage ein tägliches Plus von etwa 650 Fällen voraus, pessimistischere Varianten gingen von 1500 täglichen Neuinfektionen aus. Am Mittwoch wurden 768 neue Corona-Fälle gemeldet. Auch die Zahl der belegten Krankenhausbetten beginne spürbar zu steigen, betonte Anschober.

    Mit dieser Entwicklung liegt Österreich deutlich über dem Trend in Deutschland. Unter Berücksichtigung der Zahl der Einwohner sind die Infektionszahlen in Österreich gut drei Mal höher. 3.600 der derzeit rund 6.600 aktiven Fälle in Österreich werden aus Wien gemeldet. Die Schweiz hatte die österreichische Hauptstadt daher ebenfalls auf die Liste der Risikogebiete gesetzt.

    ac/mt/dpa

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