04:40 27 Oktober 2020
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    Angesichts steigender Coronavirus-Infektionszahlen hat sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag mit den Bürgermeistern der elf größten Metropolen auf mögliche Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung geeinigt.

    Unter den vereinbarten Schritten sind neue Maskenpflichten, Sperrstunden und eine weitere Begrenzung für Veranstaltungen und private Feiern. Solche und ähnliche Beschränkungen sollen eingeführt werden, wenn die Gesundheitsämter in einer Woche mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registrieren.

    „Mir ist sehr wohl bewusst, dass die Einschränkungen, die jetzt nötig sind, wehtun“, zitiert die dpa die Kanzlerin.

    Es sei aber wichtig zu verhindern, dass das öffentliche Leben, die Schulen und die Wirtschaft noch einmal so stark zurückgefahren werden müssten wie im Frühjahr.

    „Die Infektionszahlen steigen. Aber wir sind alles andere als ohnmächtig dagegen.“

    Gelinge es mit den vereinbarten Maßnahmen aber nicht, den Anstieg der Infektionen innerhalb von zehn Tagen auszubremsen, seien weitere Beschränkungen unvermeidlich, so Merkel. Sie nannte etwa Beschränkungen für Restauranttische und Zuschauer bei Fußballspielen. Man wisse anders als im Frühjahr jetzt aber auch, dass sich etwa Einkaufen nicht als sehr infektionskritisch herausgestellt habe.

    Zuletzt waren besonders ausufernde Feiern in den Metropolen ein Problem, die Partyszene gilt in mehreren Städten als Auslöser für die ansteigenden Infektionszahlen. Merkel appellierte deswegen vor allem an junge Leute, sich an Regeln zu halten.

    Die elf größten deutschen Städte

    Die Vereinbarung wurde mit den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern von Berlin, Hamburg, Bremen, München, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Leipzig und Stuttgart getroffen.

    In Berlin, Frankfurt und weiteren Städten wie Bremen hat die so genannte Sieben-Tage-Inzidenz – die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den kritischen 50er-Wert überschritten. Weitere Städte wie Köln und Essen lagen am Freitag nur noch ganz knapp unter dieser Warnstufe.

    Köln verschärft deshalb schon von diesem Samstag an die Einschränkungen: In der Öffentlichkeit dürfen sich höchstens fünf Personen aus verschiedenen Haushalten treffen. Im öffentlichen Raum ist abends ab 22.00 Uhr das Trinken von Alkohol verboten. In Fußgängerzonen gibt es eine Maskenpflicht.

    Berlin

    Berlins Regierungschef Michael Müller schloss weitergehende Einschränkungen nicht aus. Dabei würden nicht nur die Infektionszahlen, sondern auch Testkapazitäten und andere Komponenten beurteilt. In der Nacht zu diesem Samstag sollten in der Hauptstadt eine Sperrstunde und strenge Kontaktverbote für drinnen und draußen in Kraft treten.

    Die meisten Geschäfte sowie alle Restaurants und Bars müssen von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr schließen. Im Freien dürfen sich von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr nur noch fünf Personen oder Menschen aus zwei Haushalten versammeln. An privaten Feiern in geschlossenen Räumen dürfen nur noch maximal zehn statt bisher 25 Personen teilnehmen. Zudem gibt es eine allgemeine Maskenpflicht in Büro- und Verwaltungsgebäuden.

    Pandemie-Lage in Deutschland und weltweit

    Nach jüngsten Angaben der US-amerikanischen Johns Hopkins University (JHU) beträgt die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle mehr als 36,6 Millionen weltweit. Bislang sind mehr als eine Million Corona-Patienten gestorben.

    In Deutschland wurden laut dem Robert Koch-Institut (RKI) 314.660 Corona-Infizierte registriert. Am Donnerstag wurden demnach 4516 neue Infektionsfälle festgestellt. Insgesamt starben dem RKI zufolge 9589 Patienten (Stand am Freitag) an der durch das Virus SARS-CoV-2 ausgelösten Lungenerkrankung, was ein Plus von elf Todesfällen im Vergleich zum Vortag bedeutet.

    mo/sb/dpa

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