15:12 30 Oktober 2020
SNA Radio
    Deutschland
    Zum Kurzlink
    15232
    Abonnieren

    Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner (CDU), sieht Fortschritte auf dem Weg zu mehr Tierwohl in deutschen Ställen und Schlachthöfen.

    Laut Klöckner gibt es inzwischen eine breite Unterstützung für die Idee einer sogenannten Tierwohlabgabe oder einer Verbrauchssteuer zur Finanzierung der für höhere Haltungsstandards notwendigen Investitionen.

    „Soweit waren wir noch nie“, sagte die Unionspolitikerin am Freitag nach dem zweiten „Branchengespräch Fleisch“.

    Daran hatten Vertreter von Tierhaltern, Schlachtbranche und Handel sowie Verbraucher- und Tierschützer teilgenommen.

    In einer Machbarkeitsstudie soll nach ihren Worten jetzt geprüft werden, inwieweit die angedachten Konzepte europarechtlich umsetzbar sind. Die Ergebnisse dieser Studie sollen im Februar vorliegen.

    Tierhaltungsstandards bis 2040 schrittweise erhöhen

    Eine Kommission um den früheren Agrarminister Jochen Borchert hatte vorschlagen, die Tierhaltungsstandards schrittweise bis 2040 zu erhöhen, auch um die gesellschaftliche Akzeptanz der Tierhaltung zu sichern. Dazu hatte die Kommission eine Abgabe auf tierische Produkte vorgeschlagen, die als Verbrauchssteuer umgesetzt werden könnte. Dabei wären Aufschläge von 40 Cent pro Kilogramm Fleisch und Wurst denkbar, sowie zwei Cent pro Kilo für Milch und Frischmilchprodukte, damit die Bauern den Umbau der Ställe und den höheren Aufwand finanzieren könnten. Für einen durchschnittlichen Verbraucher würde dies zusätzliche Kosten in Höhe von rund 35 Euro pro Jahr bedeuten.

    Bei dem „Branchengespräch Fleisch“ ging es jedoch nicht nur um Zukunftsstrategien, sondern auch um aktuelle Probleme der Landwirte wie die Afrikanische Schweinepest und die coronabedingten Engpässe bei den Schlachtkapazitäten für Schweine. Die Landwirtschaftsministerinnen von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, Ursula Heinen-Esser (CDU) und Barbara Otte-Kinast (CDU), kündigten an, beide Länder wollten zur Bewältigung des durch Corona-Ausbrüche in mehreren Schlachthöfen verursachten Rückstaus die Wochenendarbeit in Schlachtbetrieben erleichtern. Auf NRW und Niedersachsen entfällt der größte Teil der Schweinezucht und der folgenden Schlachtungen in Deutschland.

    Ein weiterer „Fleisch-Gipfel“ soll bereits in vier bis sechs Wochen stattfinden.

    ac/sb/dpa

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Schweres Erdbeben erschüttert die Türkei und Griechenland – Videos
    Das müssen Putin und Merkel wissen – Gysi über Verhältnis zu Russland und Berlin als Hauptvermittler
    Tödliche Messerattacke in Nizza: Das fanden Ermittler am Tatort
    Tags:
    Tierschutz, Steuer, Verbraucher, Julia Klöckner, Haltung, Tier