13:26 28 Oktober 2020
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    Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Samstag in ihrem Podcast angesichts weiter steigender Coronavirus-Infektionszahlen in Deutschland eindringlich an die Bürger appelliert, zur Eindämmung der Pandemie beizutragen.

    Deutschland sei jetzt „in einer sehr ernsten Phase der Corona-Pandemie“, mahnte die CDU-Politikerin. Das Video und der Text ihrer Ansprache erschienen auf der offiziellen Webseite der Kanzlerin.

    „Der vergleichsweise entspannte Sommer ist vorbei, jetzt stehen uns schwierige Monate bevor“, sagte Merkel.

    Die Pandemie breitete sich „wieder rapide“ aus, schneller noch als zu Beginn vor mehr als einem halben Jahr. Wie die Lage im Winter und unter anderem zu Weihnachten sein werde, das entscheide sich in diesen kommenden Tagen und Wochen.

    „Das entscheiden wir alle durch unser Handeln. Ich möchte Ihnen sagen, was das nach meiner Überzeugung bedeutet: Wir müssen jetzt alles tun, damit das Virus sich nicht unkontrolliert ausbreitet. Dabei zählt jetzt jeder Tag.“

    Appell, Kontakte deutlich zu verringern

    Die Kanzlerin rief die Bürger dazu auf, konsequent den Mindestabstand zu wahren, den Mund-Nasen-Schutz zu tragen und die Hygieneregeln einzuhalten. Darüber hinaus soll „jeder von uns seine Begegnungen außerhalb der eigenen Familie jetzt eine Zeitlang deutlich“ verringern.

    „Ich bitte Sie: Verzichten Sie auf jede Reise, die nicht wirklich zwingend notwendig ist, auf jede Feier, die nicht wirklich zwingend notwendig ist. Bitte bleiben Sie, wenn immer möglich, zu Hause.“

    Dies sei im Einzelfall auch ein „schwerer Verzicht“, der aber „nur zeitweilig“ geleistet werden soll. Deutschland sei deswegen so vergleichsweise gut durch das erste halbe Jahr der Pandemie gekommen, weil „wir zusammengestanden“ und die Regeln eingehalten hätten. Das sei zurzeit „das wirksamste Mittel“ gegen die Pandemie.

    Merkel mit Maßnahmen unzufrieden

    Bund und Länder hatten am vergangenen Mittwoch die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus in Corona-Hotspots verschärft. Beim umstrittenen Beherbergungsverbot für Urlauber aus Risikogebieten aber gab es keine einheitliche Linie. In mehreren Ländern haben Gerichte das Beherbergungsverbot inzwischen gestoppt.

    Merkel soll sich in den Beratungen mit den Ministerpräsidenten im Kanzleramt laut der dpa unzufrieden mit den Beschlüssen gezeigt haben.

    „Die Ansagen von uns sind nicht hart genug, um das Unheil von uns abzuwenden“, zitiert die Agentur die Politikerin. „Es reicht einfach nicht, was wir hier machen.“

    Pandemie-Lage in Deutschland und weltweit

    Nach jüngsten Angaben der US-amerikanischen Johns Hopkins University (JHU) beträgt die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle mehr als 39,3 Millionen weltweit. Bislang sind mehr als eine Million Corona-Patienten gestorben.

    In Deutschland wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 356.387 Corona-Infizierte registriert. Bis Samstagmitternacht wurden demnach 7830 neue Infektionsfälle festgestellt. Insgesamt starben dem RKI zufolge 9767 Patienten (Stand von Samstagmitternacht) an der durch das Virus SARS-CoV-2 ausgelösten Lungenerkrankung, was ein Plus von 33 Todesfällen im Vergleich zum Vortag bedeutet.

    mo/mt/dpa

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