02:30 27 November 2020
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    Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger wird von deutschen Medien mit Worten zitiert, in denen er vor ähnlichen Verhältnissen wie in französischen Schulen warnt. Meidinger bezieht sich auf die Ermordung eines französischen Lehrers, der offenbar eine massive Hetzkampagne bestimmter muslimischer Milieus vorangegangen war.

    "Wir haben die tiefe Sorge, dass auch in Deutschland ein Klima der Einschüchterung entsteht.“ Das ist der Schlüsselsatz, den Heinz-Peter Meidinger der Zeitung „Passauer Neuen Presse“ (PNP) gesagt hat und der derzeit seine Runde durch deutsche Medien macht und erwartbar unterschiedliche Reaktionen hervorruft.

    Meidinger und die PNP nahmen die Ermordung des französischen Lehrers Samuel Paty in Conflans-Sainte-Honorine zum Anlass für ihr kurzes Gespräch. Am 16. Oktober war Paty von einem jungen Mann mit russisch-tschetschenischen Wurzeln ermordet worden, weil Paty es gewagt hatte, mit Hilfe der sogenannten Mohammed-Karikaturen, die auch im französischen Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ veröffentlicht worden waren, die Schülerinnen und Schüler darüber zu unterrichten, was Meinungsfreiheit konkret bedeutet. Das rief radikale islamische Kleriker auf den Plan, von denen sich wiederum Eltern muslimischen Glaubens aufwiegeln ließen. Es sei eine Atmosphäre der Hetze und Bedrohung entstanden, wird inzwischen aus Conflans-Sainte-Honorine berichtet, nachdem der gleiche Unterrichtsstoff in vergangenen Jahren keine derartigen Gewaltausbrüche verursachte.

    Druck von Eltern und Schülern führt zur Schere im Kopf bei Lehrern

    Heinz-Peter Meidinger erklärte der PNP unter anderem, dass auch in Deutschland in sogenannten „Brennpunktschulen mit einem hohen Anteil von Schülern mit einem entsprechenden Migrationshintergrund“ der Druck sehr hoch sei. Was er mit „entsprechenden Migrationshintergrund“ meinte, wird klar, als er konkretisiert, dass es vor allem die Themen Nahost-Konflikt oder Israel im Unterricht gehe. "Lehrkräfte trauen sich an manchen Schulen nicht mehr, einen Film wie ,Schindlers Liste‘ zu zeigen. Sie bekommen Druck von den Eltern, aber auch von Schülern. Da entsteht bei manch einem schon eine Schere im Kopf", so der Lehrerverbandschef.

    Immer mehr Versuche, Demokratie- und Werteunterricht zu behindern

    Auch im Hinblick auf die Mohammed-Karikaturen und damit im Zusammenhang stehende Themen wie Meinungsfreiheit, Freiheit der Kunst, aber auch Religionsfreiheit sei nach Beobachtung von Heinz-Peter Meidinger eine zunehmende Verunsicherung von Lehrkräften aufgrund von Anfeindungen aus bestimmten muslimischen Milieus festzustellen:

    "Es gibt immer mehr Versuche, Lehrer bei ihrer Aufgabe, Werte und Demokratie zu vermitteln, zu beeinflussen und zu behindern. Wir haben die tiefe Sorge, dass auch in Deutschland ein Klima der Einschüchterung entsteht."

    Lehrkräfte würden im Zweifel lieber die Finger von solchen Themen bzw. der Nutzung solcher Karikaturen lassen.

    Doch der Präsident des Lehrerverbandes ordnet in der PNP auch das AfD-Meldeportal als einen Versuch ein, Lehrkräfte einzuschüchtern. Und Meidinger appelliert: "Werteerziehung und Demokratieunterricht dürfen nicht zur Mutprobe für Lehrkräfte werden!"

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    Tags:
    Einschüchterung, Islamismus, Islam, Heinz-Peter Meidinger, Deutscher Lehrerverband, Lehrer, Schulen, Deutschland