04:55 01 Dezember 2020
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    Am 6. Dezember wählt die Stadt Karlsruhe einen neuen Oberbürgermeister. Die Kandidatin Vanessa Schulz zog gemeinsam mit „Die Partei“ und der „Partei der Humanisten“ in den Wahlkampf. Die Humanisten haben nun einen Rückzug gemacht – das Programm sei zu „satire-lastig“. So will Schulz zum Beispiel die Stadt Karlsruhe in „Karlasruhe“ umbenennen.

    „‚Die Partei‘ wird häufig in den Medien als ‚Spaß-Partei‘ bezeichnet. Das wird aber weder der ‚Partei‘ noch den engagierten Kandidat:innen (sic!) gerecht!“, kann man unter „Politisches & Inhalte“ auf der Homepage von Vanessa Schulz lesen.

    Humanisten ziehen sich aus Wahlkampf zurück

    Sollte diese Feststellung eine Handreichung an die „Partei der Humanisten“ sein, es scheint nicht gereicht zu haben. Schulz, selbst Mitglied von „Die Partei“ zog unterstützt von ihrer Partei und den Humanisten in den Wahlkampf für den Karlsruher Rathaus-Chef, welche am 6. Dezember stattfindet.

    Letztere haben sich nun zurückgezogen: Wie die Onlinezeitung „ka-news“ am Dienstagberichtete, hat die Partei der Humanisten, Verband Baden-Württemberg, Schulz die Unterstützung wieder entzogen.

    Andreas Schäfer, Landesvorsitzender des Landesverbandes wirft der Kandidatin einen Mangel an „faktenbasierter Politik“ vor. „Diese geht bei Vanessa Schulz leider unter, waren aber Voraussetzung für die gemeinsame Zusammenarbeit“, monierte er gegenüber „ka-news“.

    Humorvolles Wahlprogramm

    Schulz zeigt sich erstaunt:

    „Die Partei der Humanisten hat das satire-lastige Wahlprogramm erhalten und nicht weiter korrigiert, nun aber behaupten diese, es sei ihnen zeitlich nicht möglich gewesen.“

    Satire-lastig kann man das Programm durchaus nennen: Schulz möchte Dinosaurier und Einhörner auswildern oder den Karlsruher Stadtbahntunnel fluten. Vor allem schlägt sie aber vor Karlsruhe in „Karlasruhe“, umzubenennen.

    Aus Karlsruhe mach „Karlasruhe“

    Bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Wahlprogramms sagte die „Partei“-Kandidatin:

    „Karlsruhe trägt seit mehr als 300 Jahren einen Männernamen, es ist Zeit, dass die Fächerstadt nun weiblich benannt wird. Denkbar wäre Karlasruhe oder ein anderer Frauenname. Warum das Problem nicht auf diese Art und Weise anpacken, um Diskriminierung zu beseitigen?“

    Aus Mannheim wird „Frauenhaus“?

    Nun scheint es Mitbürger zu geben, bei denen der Humor bei der Sache verloren ist. So zum Beispiel der Musiker Xavier Kurt Naidoo. Der wegen seiner Aussagen umstrittene R&B-Sänger teilte einen Artikel über Schulz‘ Wahlprogramm in seiner Gruppe beim Messager „Telegram“ und fragte dazu:

    „Und Mannheim? FRAUENHAUS? ZWITTERSTAD? (sic!).“ Um den Namen von Mannheim zu ändern, gab es im Jahr 2019 schon eine Petition – diese stellte es aber als Aprilscherz heraus.

    „Xavier hat in den letzten Monaten alles verloren.“

    Während die meisten Kommentatoren über die Aktion schimpfen und Vanessa Schulz beleidigen, versuchen anderen die Satire dahinter zu erklären. Die Kandidatin kommentierte die Angelegenheit mit den Worten:

    „Xavier hat in den letzten Monaten alles verloren. Es ist für mich daher durchaus nachvollziehbar, dass er nun versucht, über meine mediale Präsenz zu profitieren, um sich und seinem Telegramprofil einen seriöseren Anstrich zu geben.“

    „Bei der Migrationspolitik bleibe ich satirefrei.“

    Tatsächlich enthält das Wahlprogramm von Vanessa Schulz aber auch durchaus seriöse Punkte und Forderungen. Sie stehe für ein klimaneutrales Karlsruhe und wolle dies so schnell wie möglich erreichen: „Wir müssen größtmögliche Anstrengungen leisten, um unsere Klimaziele zu erreichen“, sagte die Bürokauffrau bei der Vorstellung des Programms. So wolle sie die Fortbewegungsmittel ausbauen, das Fahrradfahren attraktiver gestalten oder den ÖPNV kostenfrei anbieten.

    Auch „bei der Migrationspolitik bleibe ich satirefrei", erklärte die Oberbürgermeisterkandidatin. Im letzten Jahr wurde Karlsruhe zum „sicheren Hafen“ erklärt. Das reiche allerdings nicht aus: „Wir brauchen mehr als Symbolpolitik.“

    Als konkreten Handlungsvorschlag nennt sie zum Beispiel eine Patenschaft für ein privates Seenotrettungsschiff. Außerdem solle mehr Druck auf die Ministerien ausgeübt sowie die Arbeit von Ehrenamtlichen gefördert und bezuschusst werden.

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    Tags:
    Sexismus, Diskriminierung, Lokalwahlen, Oberbürgermeister, Satire, die PARTEI, Xavier Naidoo, Karlsruhe