17:55 26 November 2020
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    Der mutmaßliche Messerangreifer aus Dresden soll Ende 2017 vergeblich versucht haben, zu einer Schwester in die Türkei auszureisen. Die deutschen Behörden wollten dem jungen Mann aus Syrien bei seiner Ausreise auch gerne behilflich sein, teilte die Deutsche Presse-Agentur am Samstag mit.

    Wie aus internen Dokumenten hervorgeht, wollten die deutschen Behörden dem jungen Mann aus Syrien, der kurz zuvor als islamistischer Gefährder eingestuft worden war und damals in Untersuchungshaft saß, bei seiner Ausreise auch gerne behilflich sein. Als Gefährder bezeichnet die Polizei Menschen, denen sie schwere politisch motivierte Straftaten zutraut, etwa einen Terroranschlag.

    Nach Informationen der DPA scheiterte das Vorhaben aber daran, dass ihm die türkische Botschaft aufgrund fehlender Nachweise kein Visum ausstellen wollte. Wie die dpa weiter erfuhr, war geplant gewesen, die türkischen Behörden mit Informationen zu dem IS-Anhänger versorgen, allerdings erst nach dessen Ausreise aus Deutschland.

    Der junge Islamist und seine Ausreisepläne waren zu der Zeit mehrfach Thema in der sogenannten AG Status des gemeinsamen Terrorabwehrzentrums von Bund und Ländern. Er war ins Visier der Sicherheitsbehörden geraten, weil er für die Terrormiliz „Islamischer Staat”* (IS) geworben und nach einer Anleitung zum Bau von Sprengstoffgürteln gesucht hatte. Das Oberlandesgericht Dresden hatte ihn im November 2018 unter anderem wegen Werbens um Mitglieder oder Unterstützer einer terroristischen Vereinigung im Ausland, Sichverschaffens einer Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Körperverletzung und Bedrohung zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.

    Der junge Mann, dessen Geburtsjahr in den Akten mit 1998 oder 2000 angegeben wird, hatte im Februar 2016 in Chemnitz einen Asylantrag gestellt. Im September 2017 - nach seiner Festnahme - erklärte er den Akten zufolge, er wolle Deutschland wieder verlassen. Im April 2018 soll er jedoch angegeben haben, er wolle nicht nach Syrien zurückkehren, da er dort zum Militär eingezogen würde.

    Am 4. Oktober waren in Dresden zwei Männer Opfer einer Messerattacke geworden. Ein 55-Jähriger aus Krefeld starb, ein weiterer Mann (53) aus Köln überlebte schwer verletzt. Der junge Syrer steht unter Tatverdacht. Die Ermittler vermuten ein islamistisches Motiv. Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen übernommen.

    *Terrororganisation, in Russland und Deutschland verboten

    ai/dpa

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    Tags:
    Syrien, Türkei, Messerattacke, Dresden, Deutschland