04:22 25 November 2020
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    Nach Angaben der Tageszeitung „Welt“ soll der Angeklagte im Prozess um den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke über ein Jahrzehnt hinweg immer wieder in Kontakt mit einem einflussreichen Rechtsextremisten gewesen sein.

    Unter Berufung auf Unterlagen des hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz berichtete die Zeitung, dass der Angeklagte Stephan Ernst in Beziehung zu dem NPD-Funktionär Thorsten Heise gestanden habe.

    Diese Unterlagen seien Teil der Ermittlungsakte des Generalbundesanwaltes zum Mord an Lübcke im Juni 2019. Darin seien zahlreiche Begegnungen von Ernst und Heise beschrieben, darunter bei Stammtischen der NPD in Kassel, bei der Fahrt zu einer Demonstration in Berlin oder bei Winter- und Sommersonnenwendfeiern in Hessen und Thüringen. Die erste in den Akten erwähnte Zusammenkunft der beiden habe im April 2001 stattgefunden, die letzte im Juni 2011.

    Mordfall Lübcke

    Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war im Juni 2019 auf der Terrasse seines Wohnhauses im Landkreis Kassel getötet worden. Der Deutsche Ernst muss sich wegen der Tat vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts verantworten. Laut Generalbundesanwalt handelte der 46 Jahre alte Familienvater aus rechtsextremistischen Motiven. Der zweite Angeklagte, Markus H., wird der Beihilfe beschuldigt. H. sei am Tatort dabei gewesen, sagte Ernst nun vor Gericht.

    Im Januar hatte Ernst vor einem Ermittlungsrichter seine andere Version des Tathergangs geschildert: Er sei mit H. zu Lübckes Wohnhaus gefahren. Beide hätten den Politiker einschüchtern und bedrohen wollen. Der Schuss habe sich versehentlich gelöst, als H. die Waffe gehalten habe. Beide Tatversionen von Ernst sind in der Verhandlung bereits als Video gezeigt worden.

    ac/mt/dpa/sna

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    Bericht, Mitglied, Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD), Kontakt, Angeklagte, Mordfall, Walter Lübcke