21:18 23 November 2020
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    Der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM e.V.) hat in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung vor einer Überlastung der Labore gewarnt und gefordert, Sars-CoV-2-Tests auf das Notwendige zu reduzieren.

    Rund 160 Labore aus ganz Deutschland übermitteln demnach insgesamt 1,2 Millionen Tests mit circa 70.000 positiven Ergebnissen. Das Testaufkommen mit zwölf Prozent mehr Tests als in der Vorwoche sei „erneut extrem hoch“ gewesen. Die Positivrate habe vergangene Woche bei 5,7 Prozent, zuvor bei 3,7 Prozent gelegen.

    „Die fachärztlichen Labore arbeiten seit einigen Wochen ‚am Anschlag‘. Die bundesweit zunehmende Auslastung auf mittlerweile 89 Prozent ist ein Ausdruck der Überlastung. In einigen Bundesländern wird schon seit mehreren Wochen über der Kapazitätsgrenze gearbeitet“, hieß es vom ALM.

    Zu der Belastung durch die vielen Corona-Tests kämen nun im Herbst auch noch Influenza-Tests, die die Labore ebenfalls zu bewältigen hätten.

    „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einen unfassbar schweren Job leisten und dafür unsere besondere Wertschätzung verdienen, aber auch die Maschinen stehen seit Wochen unter extremer Dauerbelastung. Das macht uns wirklich Sorgen“, zitiert der Verband sein Vorstandmitglied Professor Dr. Jan Kramer.

    Mangel an Materialien

    Nicht nur Mitarbeiter sind nach den ALM-Angaben knapp, es mangele außerdem zum Teil an Material. Es komme immer wieder zu Lieferengpässen: Mal seien es Abstrichtupfer, mal Reagenzien, dann wieder Verbrauchsmaterialien, jetzt gerade Pipettenspitzen, die fehlen. Abhilfe durch verlässliche Lieferungen soll geschaffen werden.

    „Anlasslose Tests sollten jetzt vermieden werden. Der Fokus muss nun konsequent auf dem medizinisch Notwendigen liegen“, forderte das Vorstandsmitglied Wolf Kupatt.

    „Labordiagnostik keine unendliche Ressource“

    Der ALM-Vorstandsvorsitzende Michael Müller betonte, dass die medizinischen Labore ein wichtiger Teil des Gesundheitssystems seien und nicht überfordert werden sollen. Labore bekommen allerdings „nicht alles, was wir dringend benötigen, auch immer sofort geliefert“.

    „Wir haben schon während der Sommerferien darauf hingewiesen, dass Labordiagnostik keine unendliche und für jeden frei verfügbare oder gar disponierbare Ressource ist.“

    Umso wichtiger sei es, dass gerade diejenigen Menschen, die die Tests vordringlich brauchen, diese auch rasch und niedrigschwellig erhalten, hob Müller laut dem Schreiben hervor.

    mo/mt

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