19:23 27 November 2020
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    Nordrhein-Westfalens Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen hat an die Kulturbranche appelliert, die harten Einschränkungen des öffentlichen Lebens in der Corona-Krise mitzutragen. Die Kultur müsse „aufpassen, dass sie nicht immer eine Extrawurst brät“, so die Politikerin.

    Die Szene solle sich „nicht zu sehr aus dem gesellschaftlichen Konsens herausbewegen“, so die Pfeiffer-Poensgen am Freitag im Kulturausschuss des Landtags. Denn das könne der Kultur dauerhaft schaden. Pfeiffer-Poensgen reagierte damit auf Kritik aus der Szene, dass etwa Theater und Museen trotz strenger Hygiene-Konzepte ebenso im November schließen mussten wie auch Gastronomie und Freizeiteinrichtungen.

    „Wir wissen alle, dass es schrecklich ist“, so Pfeiffer-Poensgen. „Aber wir haben diese wahnsinnigen Infektionszahlen.“ Sie verwies auf die vom Bund beschlossenen zusätzlichen November-Überbrückungshilfen, die auch für Kulturbetriebe und Soloselbstständige gelten. Diese würden von Landesseite ergänzt.

    In Hessen hoffen Museen, Theater, Opern, Konzerthäuser und freie Ensembles auf einen baldigen Neustart. In Frankfurt unterstützt Kulturdezernentin Ina Hartwig diese Forderung: Kultureinrichtungen sollten bei den nächsten Lockerungen als erstes wieder öffnen dürfen, Kultur werde bei den laufenden Beschränkungen zu Unrecht zu Freizeit gezählt, denn Kultur habe auch einen Bildungsauftrag: „Wir müssen Wege finden, Kultur unter Corona-Bedingungen zu ermöglichen“. Und diese scheinen bereits zu existieren:

    Vorbildfunktion, wie mit Virus leben und arbeiten

    In Berlin haben am Mittwoch 23 Intendanten renommierter Kulturinstitutionen, wie der Deutschen Oper und des Staatsballetts, wie vom Friedrichstadtpalast und der Berliner Philharmoniker, einen Offenen Brief an Landesvater Michael Müller geschrieben. Die Kulturschaffenden appellieren an die Regierung, eine differenzierte und spezifische Betrachtung für die Kultur und im Speziellen für die Berliner Häuser vorzunehmen und sich auch auf Bundesebene für ihre Belange einzusetzen.

    Die Kulturbetriebe seien Arbeit- und Auftraggeber für eine Vielzahl von Künstlern, Soloselbständigen, aber auch zuarbeitendem Gewerbe. Die Sicherheits- und Hygienekonzepte der Häuser basierten auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und böten maximal möglichen Schutz für alle Besucher: „Als Orte des gesellschaftlichen Lebens erhalten unsere Häuser Vorbildfunktion, wie in der Pandemie unser Alltag sicher organisiert werden kann – und wir lernen können, mit dem Virus zu leben und zu arbeiten“, so die Unterzeichnenden.

    ba/dpa

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    Kultur, Deutschland, Nordrhein-Westfalen, NRW, Lockdown, Coronavirus