21:10 23 November 2020
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    In einem Offenen Brief haben die Chefs von 23 Berliner Kulturinstitutionen an Landesvater Michael Müller appelliert. Sie benötigen eine Perspektive im neuen Lockdown und fordern eine differenzierte Betrachtung ihrer Lage. Als Orte des gesellschaftlichen Lebens wären sie Vorbilder, wie in der Pandemie Alltag sicher organisiert werden könne.

    Es sind die Geschäftsführer und Intendanten renommierter staatlicher und privater Berliner Bühnen, die einen gemeinsamen Appell an den Regierenden Bürgermeister, Michael Müller, unterzeichnet haben: Von Deutscher Oper und Staatsballett, dem Friedrichstadtpalast und den Berliner Philharmonikern über die Kabaretts „Diestel“ und „Die Stachelschweine“ bis hin zur Vagantenbühne.

    Die Entscheidung des Berliner Senats, Kultureinrichtungen im November zu schließen, habe sie unerwartet und hart getroffen.

    „Wir verstehen die unmittelbare Notwendigkeit für ein schnelles und konsequentes Handeln angesichts der Gefahr, die von der Pandemie ausgeht. Zugleich sind wir sehr besorgt, dass trotz unserer bisherigen umfangreichen Bemühungen, die Häuser auch in Zeiten von Corona sicher zu bespielen, jetzt nachhaltiger Schaden droht.“

    Perspektive für Arbeitgeber und Kulturlandschaft

    Daher appellierten Sie für eine differenzierte und spezifische Betrachtung der Kulturbetriebe, insbesondere, weil sie auch Arbeit- und Auftraggeber sind für eine Vielzahl von Künstlern, dienstleistenden Soloselbständigen und zuarbeitendem Gewerbe.

    „Sie werden bei jeder weiteren Schließung mehr und mehr in den finanziellen und beruflichen Ruin getrieben – mit weitreichenden Folgen auch für die gesamte Kulturlandschaft. Wir benötigen dringend eine Perspektive. Ein Betrieb von Theatern, Opern, Konzerthäusern etc. im „On/Off “-Modus, insbesondere ohne längerfristige Vorankündigung, macht die Planung und Arbeit der Häuser und freien Kulturschaffenden unmöglich.“

    Vorbildfunktion für Leben und Arbeiten mit dem Virus

    Die Sicherheits- und Hygienekonzepte der Berliner Bühnen basierten auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und böten schon jetzt maximal möglichen Schutz für alle Besucher:

    „Als Orte des gesellschaftlichen Lebens erhalten unsere Häuser Vorbildfunktion, wie in der Pandemie unser Alltag sicher organisiert werden kann – und wir lernen können, mit dem Virus zu leben und zu arbeiten.“

    Die erneute Schließung erschüttere nun das gerade wieder gewonnene Vertrauen des Publikums nach der erfolgreichen Wiedereröffnung im Sommer, so die Unterzeichnenden. Zudem unterstrichen Sie ihre gesamtgesellschaftliche Bedeutung:

    „Opern, Theater, Konzerthäuser und andere Kulturinstitutionen sind mehr als reine Freizeitangebote. Sie sind – selbst mit Abstand – Orte der Begegnung, des Diskurses, der Bildung und Aufklärung, aber auch des ästhetischen Genusses.“

    Der Besuch dieser öffentlichen Räume sei für viele Menschen „existentieller Teil des gesellschaftlichen urbanen Lebens und für dessen Zusammenhalt substantiell“.

    Die demokratische Gesellschaft nähre und bilde sich durch kulturelle Teilhabe. Zudem bilde das Gemeinschaftserlebnis der künstlerischen Darbietung ein Gegengewicht zur steigenden Belastung durch soziale Isolation. Die Häuser in den folgenden Monaten wieder bespielen zu können, eröffne mehr Chancen, als es Risiken berge.

    ba

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    Tags:
    Kabarett, Staatsballett Berlin, Theater, Staatsoper, Offener Brief, Perspektiven, Bürgermeister, Michael Müller, Pandemie, Coronavirus, Lockdown, Berlin, Deutschland