21:24 23 November 2020
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    Ob Mafia, Rocker oder kriminelle Clans – die deutschen Polizeibehörden haben im Jahr 2019 mehr Ermittlungsverfahren gegen Gruppen organisierter Kriminalität als 2018 geführt. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA)  die Zahl der Verfahren von 535 auf 579 erhöht.

    Nordrhein-Westfalen liege bei der Zahl der Ermittlungsverfahren gegen die organisierte Clan-Kriminalität auf dem ersten Platz, teilte das Bundeskriminalamt am Freitag in Wiesbaden mit. Im vergangenen Jahr hätte die Polizei 19 Ermittlungskomplexe im Bereich der Organisierten Kriminalität in dem Bundesland bearbeitet. Auf dem zweiten Platz stehe Berlin mit sieben Ermittlungsverfahren, gefolgt von Niedersachsen und Bremen, so die Ermittler. Bei etwa einem Drittel der Verfahren ging es nach Angaben der Behörde um Straftaten in Zusammenhang mit Drogen.

    Im Jahr 2019 standen laut der Mitteilung des BKA 6848 Menschen im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität unter Tatverdacht. Im Jahr davor seien es 6483 Menschen gewesen.  Das BKA begründete den Anstieg unter anderem damit, dass erstmals die Zollbehörden mit der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) berücksichtigt worden seien. Diese hätten gegen 37 kriminelle Gruppierungen ermittelt. Die FKS ist eine Sondereinheit beim Zoll, die für die Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung zuständig ist.

    Die Polizei aus Bund und Ländern ging auch im Jahr 2019 gegen 45 kriminelle Clan-Gruppierungen vor, diese Zahl blieb damit im Vergleich zum Jahr davor unverändert.

    „Die Ermittlungen zeigten, dass die kriminellen Clanmitglieder international gut vernetzt sind und vorhandene Kontakte in ihren ursprünglichen Heimatstaaten zur Begehung von Straftaten nutzen“, teilt das Bundeskriminalamt mit.

    Die Ermittler stellten insgesamt einen Schaden von rund 800 Millionen Euro fest, der durch organisierte Kriminalität entstanden sei. Die Tätergruppen stellten weiterhin ein hohes Schadens- und Bedrohungspotenzial dar, hieß es.

    ekn/dpa/gs

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    Tags:
    Bundeskriminalamt (BKA), Nordrhein-Westfalen, Kriminalität