05:31 03 Dezember 2020
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    Nachdem der Mainzer Hersteller Biontech samt dem US-Partner Pfizer vielversprechende Ergebnisse zu einem potenziellen Corona-Impfstoff veröffentlicht haben, drängt Gesundheitsminister Jens Spahn zur Eile. Am Montagabend verlangte er, dass die EU mit den beiden Unternehmen so schnell wie möglich einen Liefervertrag abschließt. Nun ist es soweit.

    Es gebe bisher einen Vorvertrag, aber keinen Abschluss, bemängelte Spahn am Montagabend im ZDF. Auch wenn viele rechtliche Fragen zu klären seien, gehe es auch um Geschwindigkeit. Für Spahn werde schwer erklärbar, wenn andere Weltregionen das Produkt früher nutzen könnten als Deutschland.

    „Ich möchte vor allem, dass wir in den nächsten Tagen zu einem Abschluss kommen als Europäische Union“, sagte Spahn weiter. Er könnte es als deutscher Gesundheitsminister jedenfalls schwer erklären, wenn in anderen Regionen der Welt ein in Deutschland produzierter Impfstoff schneller verimpft würde als in Deutschland selbst. Deshalb dringe er „sehr sehr stark darauf“, dass man jetzt endlich zu einem Ergebnis komme.

    Keine nationale Impfstoffbeschaffung - auch in Deutschland

    Wie Sputnik zuvor berichtete, hatte die EU-Kommission in der Corona-Pandemie im Namen aller 27 Partnerländer Abkommen mit verschiedenen Impfstoff-Herstellern abgeschlossen, sodass auch Deutschland nicht mehr auf die nationale Impfstoffbeschaffung setzen darf. In diesem Sinne wird auch die Zulassung der Corona-Impfstoffe laut einer Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts, also des Bundesinstituts für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, „zentralisiert“ statt, das heißt: über die Europäischen Zulassungsagentur (EMA). Bisher ist noch keiner der in der EU entwickelten Impfstoffe zugelassen worden, die EU hat aber bisher Rahmenverträge mit den Pharmafirmen Johnson&Johnson, Astrazeneca und Sanofi-GSK unterzeichnet. Ein Vertrag mit dem Paar Biontech/Pfizer, das übrigens die Bill & Melinda Gates-Stiftung fördert, steht nun seit dem heutigen Dienstag auch fest, berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Verweis auf die Kommissionskreise in Brüssel. Noch am Montag schrieb die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter über einen Vertrag über bis zu 300 Millionen Impfdosen.

    Nicht zum ersten Mal engagiert sich hiermit Spahn für den Impfstoff deutscher Herkunft - wenigstens verbal. Kurz nach seiner Kritik an dem ersten russischen Impfstoff „Sputnik V“ zeigte er sich Mitte August optimistisch, dass „wir wahrscheinlich so schnell einen Impfstoff haben werden bei dem neuen Virus wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte“. Tatsächlich hatten Biontech und Pfizer am Montag als erste westliche Hersteller erste Ergebnisse der Studien veröffentlicht, nach denen ihr mRNA-basierter Impfstoffkandidat BNT162b2 einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 haben soll.

    lk/mt 

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    Tags:
    Jens Spahn, Impfstoff, Corona-Impfstoff