05:44 03 Dezember 2020
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    Erneut hat die Gesundheitsbehörde CDU-Spitzenpolitiker Friedrich Merz in häusliche Quarantäne geschickt, berichten Medien. Obwohl das Robert-Koch-Institut diesmal gar nicht so streng war. Die widersprüchlichen Aussagen machen stutzig.

    Friedrich Merz (CDU) musste trotz überstandener Corona-Infektion erneut für einige Tage in Quarantäne. Das berichten seit Dienstag mehrere Medien, darunter der WDR. Hintergrund war die Teilnahme des Politikers an einem Treffen der CDU in Sachsen. Als Folge davon mussten sich bereits mehrere sächsische Regierungspolitiker, wie Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt (CDU), isolieren. Der Minister wurde dabei positiv getestet.

    Merz sei bereits am vergangenen Freitag „freiwillig in häusliche Quarantäne“ gegangen, wie sein Sprecher mitteilte. Ein Schnelltest bei ihm sei negativ ausgefallen.

    Zunächst hieß es, Merz müsse bis kommenden Montag in Isolation bleiben. Doch am Mittwoch twitterte der CDU-Kanzlerkandidat, dass das zuständige Gesundheitsamt Hochsauerlandkreis seine „Quarantäne ab sofort aufgehoben“ habe. Dies sei „ein schönes Geburtstagsgeschenk“, ergänzte der Politiker, der am Mittwoch 65 Jahre alt wurde.

    Warum er überhaupt in Quarantäne musste, sei nicht ganz klar. „Der Politiker hatte bereits im März eine Corona-Infektion überstanden und dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen das Virus immun sein.“

    Quarantäne? Oder doch nicht?

    Auffällig in diesem Zusammenhang erscheinen auch widersprüchliche Aussagen des zuständigen Gesundheitsamtes in Nordrhein-Westfalen, der Heimat des Christdemokraten, im Vergleich zum Robert-Koch-Institut (RKI).

    Während das Amt im Hochsauerlandkreis verfügte, Merz müsse bis auf weiteres in Quarantäne bleiben, seien die Empfehlungen des Instituts „nicht ganz so streng“:

    „Falls die Kontaktperson früher bereits selbst ein laborbestätigter Fall war, ist keine Quarantäne erforderlich“, heißt es beim RKI. An diesen Vorgaben orientieren sich die Gesundheitsämter gewöhnlich.

    Hintergrund: Merz hatte sich bereits im Frühjahr kurz nach Ausbruch der Pandemie mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert und sich daraufhin in längere Isolation begeben. Laut RKI gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass jeder, der einmal mit Covid-19 infiziert war, eine Immunität gegen das Virus aufbaue.

    Erst kürzlich habe der Hochsauerlandkreis einen Fall registriert, bei dem sich ein Patient zum zweiten Mal mit Corona angesteckt habe, teilte ein Sprecher der dortigen Gesundheitsbehörde gegenüber Medien mit.

    Zuletzt hatte Merz– trotz der Pandemie – einen Vor-Ort-Parteitag der CDU im Dezember eingefordert und dabei „das Establishment“ in seiner Partei öffentlich kritisiert. Aus Parteikreisen heißt es, er habe dennoch weiterhin Chancen, zum neuen CDU-Vorsitzenden gewählt zu werden. Daraus könnte dann eine Kanzlerkandidatur für die Bundestagswahlen im nächsten Herbst entstehen.

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    Tags:
    Pandemie, Quarantäne, Parteitag, CDU, Friedrich Merz, Gesundheitswesen, Gesundheitsamt, Robert Koch-Institut (RKI)