12:03 02 Dezember 2020
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    Die Bundeswehr feiert am Donnerstag den 65. Gründungstag. Die Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und andere deutsche Politiker haben sich anlässlich des Jubiläums geäußert.

    Vor dem Schloss Bellevue in Berlin fand ein feierliches Gelöbnis statt, wobei neun junge Soldatinnen und Soldaten das Gelöbnis ablegten – stellvertretend für alle Rekruten im Land. Alle anderen Gelöbnisse hatte die Bundeswehr wegen der Pandemie abgesagt.

    Bei der Zeremonie betonte Kramp-Karrenbauer die eigenständige, an den Grundwerten der Demokratie orientierte Tradition der Truppe. Vorbildliches militärischen Handeln sei immer diesen Werten verbunden.

    „Treue, Tapferkeit, Gehorsam und Pflichterfüllung bleiben nur dann zeitlose soldatische Tugenden, wenn ihr Zweck in der Verteidigung von Freiheit und Demokratie liegt. Und wenn über ihren Einsatz im offenen, demokratischen Diskurs entschieden wird.“

    Sie sage dies „mit Blick auf jene Wenige, die versuchen, für das Traditionsverständnis der Bundeswehr aus anderen, vergifteten Quellen zu schöpfen“, so die Ministerin. Die Idee des Soldatentums habe seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland „zu unserem großen Glück einen sehr fundamentalen Wandel erfahren“.

    Steinmeier mahnt mehr Interesse der Gesellschaft an Bundeswehr an

    Steinmeier forderte die Gesellschaft zu mehr Interesse an den Soldaten und ihren Einsätzen auf. Die Bundeswehr übernehme heute mehr Verantwortung als je zuvor, sei aber im Bewusstsein, im Alltag der allermeisten Deutschen fast unsichtbar geworden.

    „Es droht ein freundliches Desinteresse, eine Gleichgültigkeit, die dem Vertrauen zwischen Bundeswehr und Gesellschaft nicht dient“, warnte der Präsident am Donnerstag beim Gelöbnis im Schloss Bellevue. „Armee und Gesellschaft dürfen sich in einer Gesellschaft niemals fremd werden.“

    Die Truppe sei heute deutlich kleiner, vielfältiger und bunter als vor 65 Jahren. Sie sei professioneller geworden, stehe heute auch in gefährlichen Auslandseinsätzen für Freiheit und Sicherheit ein. Steinmeier erinnerte an die Soldatinnen und Soldaten, die bei Auslandseinsätzen getötet oder verletzt wurden.

    „Ihre Kämpfe sind auch unsere Kämpfe, auch wenn, ja gerade weil bei uns zuhause Frieden herrscht. Das ist unserer Gesellschaft nicht nur zumutbar, das muss unserer Gesellschaft wichtig sein.“

    Die Soldaten hätten „einen Anspruch darauf, mit der bestmöglichen Ausrüstung ausgestattet zu werden, die ihnen dieser Staat zur Verfügung stellen“ könne.

    Andere Reaktionen

    Die Bundesregierung gratulierte der Bundeswehr auf Twitter und dankte allen Soldatinnen und Soldaten. Auch in der Corona-Pandemie sei es zu sehen, wie wichtig ihr Dienst sei.

    Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hob hervor, dass der Freistaat zur Bundeswehr stehe, und sprach sich für bessere Ausrüstung der Armee aus. Der CSU-Chef veröffentlichte auf Twitter ein Foto aus seiner Zeit im Transportbataillon 270 Nürnberg.

    Auch Finanzminister Olaf Scholz, Außenminister Heiko Maas und der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus, gratulierten und dankten der Bundeswehr.

    Gründung der Bundeswehr

    Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es zunächst Widerstände gegen die Gründung neuer deutscher Streitkräfte – sowohl von Seiten der Besatzungsmächte als auch von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung.

    In den folgenden Jahren nahmen aber die Stimmen zu, die eine Bewaffnung der 1949 gegründeten Bundesrepublik Deutschland forderten. Die Geburtsstunde der Bundeswehr selbst schlug schließlich am 12. November 1955, als die ersten 101 Freiwilligen vereidigt wurden.

    mo/mt/dpa

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