06:23 03 Dezember 2020
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    Der Sprecher der deutschen Bundesregierung, Steffen Seibert, hat am Freitag in Berlin die zur Coronavirus-Eindämmung eingeführten Maßnahmen kommentiert. Das Video des Auftritts wurde auf dem offiziellen Twitter-Account des Regierungssprechers veröffentlicht.

    Nach der Halbzeit des wegen der Pandemie verhängten Teil-Lockdowns in Deutschland will die Bundesregierung laut ihrem Sprecher an den Einschränkungen absehbar festhalten. Seibert betonte unter Verweis auf den Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, dass der Anstieg der Infektionsfälle sich zwar abgeflacht habe. Die Corona-Zahlen „steigen eben immer noch an“.

    „Und von einer Wende kann heute nicht die Rede sein“, so der Vertreter der Bundesregierung.

    Es sei jedenfalls zu früh, ein abschließendes Urteil über die Wirkung der Maßnahmen, die jetzt im November gelten, zu fällen. Bei dem für den Montag anberaumten Treffen zwischen der Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten sollen Infektionszahlen, belegte Intensivbetten sowie die personelle Auslastung in den Krankenhäusern besprochen werden. Bund und Länder würden darüber diskutieren, wie sie die Lage einschätzen und wie sie weiter vorgehen wollen.

    „Und für die Bundesregierung kann ich sagen, dass bei diesem Stand der Dinge für Montag jedenfalls keine Lockerungen von Einschränkungen zu erwarten sind. Die kann es noch nicht geben.“

    Seibert zufolge bleibt es Deutschlands Ziel, die sogenannte 7-Tage-Inzidenz – Zahl der festgestellten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage – auf rund 50 zu bringen. Nach RKI-Angaben vom Freitag lag dieser Wert in Deutschland bei 140. Erst bei der Größenordnung um die 50 sei es aber wieder möglich, dass die Gesundheitsämter einzelne Kontakte von Infizierten nachvollziehen könnten, sagte Seibert.

    „Wenn wir Einschränkungen aufheben und Maßnahmen wieder lockern, wenn wir also viel mehr wieder Begegnungen von Menschen zulassen, dann bringt das logischerweise die Gefahr mit sich, dass die Infektionszahlen auch wieder hochgehen. Und wenn sie uns dann wieder außer Kontrolle gerieten, dann wären ja die ganzen Entbehrungen, die schweren Einschränkungen, die Opfer, die die Menschen zurzeit wirklich bringen, vergebens gewesen“, mahnte der Sprecher.

    Pandemie-Lage in Deutschland und weltweit

    Nach jüngsten Angaben der US-amerikanischen Johns Hopkins University (JHU) beträgt die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle mehr als 53 Millionen weltweit. Bislang sind 1,3 Millionen Corona-Patienten gestorben.

    In Deutschland wurden dem RKI zufolge bisher insgesamt 751.095 Corona-Infizierte bis Freitagmitternacht registriert – ein Anstieg um 23.542 im Vergleich zum Vortag. Damit erreichte Deutschland einen neuen Höchststand an den binnen 24 Stunden registrierten Corona-Neuinfektionen.

    Insgesamt starben laut dem Institut 12.200 Patienten an der durch das Virus SARS-CoV-2 ausgelösten Lungenerkrankung, was ein Plus von 218 Todesfällen gegenüber Donnerstag bedeutet.

    mo/mt

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