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14 Juni 2010, 14:18

Russland hat sein Kontingent in Kirgisien aufgestockt

Russland hat sein Kontingent in Kirgisien aufgestockt

Auf den Auftrag des russischen Präsidenten Dmitri Medwedjew wurde das Kontingent der russischen Streitkräfte, das in Kirgisien stationiert ist, aufgestockt. Am Sonntag landete in der Republik die Maschine des Verteidigungsministeriums Russlands mit zusätzlichen Militäreinheiten an Bord.

Der russische Militärstützpunkt „Kant" in Kirgisien bekam an diesem Wochenende 150 zusätzliche Soldaten, die in den Luftlandetruppen des russischen Verteidigungsministeriums dienen. Dies ist die zweite Landung der russischen Truppen in dieser Region seit den letzten zwei Monaten. Es sei daran erinnert, dass ungefähr 150 Fallschirmjäger aus Russland am 8. April dringend nach Kirgisien geschickt worden waren. Damals hatten sie die ähnliche Aufgabe zu erfüllen gehabt - und zwar: angesichts der in Kirgisien ausgebrochenen Unruhen die Sicherheit der Familien von russischen Militärangehörigen zu gewährleisten und die Kontrolle über militärische Stützpunktobjekte zu verstärken. Nach der Staatsrevolte im Frühling war in Kirgisien die Übergangsregierung an die Macht gekommen.

Wie mehrere Analytiker meinen, schwebe die Situation in Kirgisien am Rande eines Kollapses. In der Nacht zum 11. Juni brachen in Osch, der südlichen Hauptstadt der Republik, interethnische Auseinandersetzungen zwischen Kirgisen und Usbeken aus. Es wurden ganze Stadtbezirke mit Wohnhäusern, Geschäften und Märkten in Brand gesetzt. In den Straßen treiben die Freibeuter ihren Unfug weiter. Die bewaffnete Konfrontation breitete sich auf das benachbarte Gebiet Dschelal-Abad aus. Nur den offiziellen Angaben zufolge seien den Ausschreitungen über 110 Menschen zum Opfer gefallen, ungefähr 1 500 seien verletzt worden. Die kirgisischen Behörden geben zu, dass Kräfte der Miliz- und Militäreinheiten, die in die südlichen Regionen des Landes geschickt wurden, am Ende seien. Es wurde die Teilmobilmachung der Bevölkerung angekündigt.

Große Hoffnungen auf die Lösung dieser komplizierten politischen Lage werden von der Öffentlichkeit Kirgisiens auf Russland gesetzt. Um die Hilfe beim Friedensstiften bitten schon nicht nur nichtstaatliche Organisationen der Republik, sondern auch die Übergangsregierung des Landes. „Solche Hoffnungen sind überaus vertretbar", davon ist der Generaldirektor des Forschungszentrums für den postsowjetischen Raum Alexej Wlassow überzeugt.

„Momentan betrachtet man Russland als den einzigen Akteur, der in dieser Situation helfen kann. Die Verletzten zu retten, sie zu evakuieren und die humanitäre Katastrophe zu vermeiden - diese Hilfe brauchen sie nicht. Man betrachtet Russland als die einzige Macht, die es weiß, Kirgisien auf den Weg einer normalen, zivilisierten Entwicklung zu bringen. Denn man ist sich dessen bewusst geworden, dass die provisorische Regierung im vollen Maße der existierenden Situation im Lande nicht gerecht werden kann."

Inzwischen meint die russische Führung, dass es zurzeit keine Bedingungen für den Einsatz der russischen Militärtruppen in Kirgisien gebe. Dies sei ein innerer Konflikt, und Russland sehe die Bedingung für die Teilnahme an dessen Lösung nicht erfüllt. Mittlerweile beauftragte der russische Präsident Dmitri Medwedjew das Ministerium für Gesundheitswesen und Sozialentwicklung sowie das Ministerium für Katastrophenschutz Russlands, Kirgisien durch humanitäre Hilfe zu unterstützen, danach Medikamente zu liefern und die Verletzten zu evakuieren. Am Sonntag wurden aus der Konfliktzone sechs Schwerstverwundete mit einem Flugzeug des Katastrophenschutzministeriums nach Moskau eingeliefert. Am Montag landeten in Bischkek drei Frachtflugzeuge mit der humanitären Hilfe an Bord.

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