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9 Juli 2010, 19:25

Der Agenten-Skandal: Game over

Der Agenten-Skandal: Game over

Die laute Geschichte um die Entlarvung angeblicher „russischer Agenten", die bald nach dem offiziellen Besuch des  Präsidenten Russlands in den USA ins Rollen gekommen war, hat nun ihr Finale erreicht.

Die laute Geschichte um die Entlarvung angeblicher „russischer Agenten", die bald nach dem offiziellen Besuch des  Präsidenten Russlands in den USA ins Rollen gekommen war, hat nun ihr Finale erreicht. Zehn Bürger Russlands wurden auf Entscheidung eines amerikanischen Gerichts  in die Russische Föderation deportiert, und zwar im Austausch gegen vier Personen, die in russischen Gefängnissen eine Haftstrafe verbüßen und durch einen Erlass des Präsidenten Dmitri Medwedjew begnadigt wurden.

Unter den Bürgern Russlands, die  jetzt in die Vereinigten Staaten ausgewiesen werden, sind der Wissenschaftler Igor Sutjagin, der wegen Hochverrat zu 15 Jahren Haft verurteilt worden war, ehemalige Mitarbeiter der GRU und SWP und sogar ein Leiter des Sicherheitsdienstes der Fernsehgesellschaft „NTV Plus".

Trotz dieser Agenten-Fälle beabsichtigen die russischen und amerikanischen Behörden, ihren konstruktiven Dialog fortzusetzen, der sich in den letzten Jahren zwischen ihnen entwickelt hat. Selbstverständlich werden dabei die Interessen eines jeden Landes unbedingt gewahrt bleiben.

Die amerikanischen Behörden haben alles getan, um dieser unangenehme Situation maximal den politischen Inhalt zu nehmen, indem sie auf jegliche Weise und ständig betonten, dass alle Entscheidungen über das Schicksal der russischen Bürger auf der Ebene der Geheimdienste getroffen worden seien. Washington sei daran interessiert gewesen, diese Personen so schnell wie möglich auszutauschen, und dem Agenten-Skandal ein Ende zu bereiten. Das vermutet der experte Dmitri Suslow. Er sagte Folgendes:

„Weder die russische noch die amerikanische Seite sind heute an einer Verschlechterung der Beziehungen interessiert. Auch daran, dass sich der erwähnte Skandal nicht in negativer Weise auf diese Beziehungen auswirkt. Und um dieses zu verhindern, entschieden sich die Seiten zu einem solchen beschleunigten Schema. Denn die konstruktiven Beziehungen zu Russland sind ein Unterpfand dafür, dass die Vereinigten Staaten ihre wichtigsten internationalen Probleme, die mit dem Iran, mit Afghanistan und der Reduzierung der Kernwaffen verbunden sind, regeln können.

Die aus der USA ausgewiesenen russischen Bürger sind nach einem Zwischenaufenthalt in Wien nach Moskau gekommen. Unser Korrespondent Igor Below berichtet aus Wien:

"Also, die Spionage-Affäre zwischen Russland und den USA, die die ganze Welt seit zehn Tagen im Atem hält, nähert sich ihrem Ende. Heute, am 9. Juli um 12. Uhr 40 mitteleuropäischer Zeit hat die Maschine des russischen Notstandministeriums, die Sondermaschine, den  Wiener Internationalen Flughafen Schwechat Richtung Moskau verlassen. An Bord sind  die 10 russischen Staatsburger, die mutmaßlichen Spione, die in Amerika vor zehn Tagen verhaftet wurden. Die russische Maschine des Notstandministeriums landete in Wien etwa 1,5 Stunden davor. Einige Minuten später landete ebenfalls in Wien eine amerikanische Maschine mit der Aufschrift Vision Airline. Das ist eine der Fluggesellschaften, die bekanntlich von der CIA genutzt wird. Die amerikanische Maschine brachte 10 unsere Landsleute, die beiden Flugzeuge wurden in der Nähe von einander platziert, am Rande des Flughafens. Dazwischen stand ein kleiner schwarzer Bus, der Leute praktisch von einer Maschine in die andere umgesiedelt hat. Es ist zu bemerken, dass diese ganze Prozedur ohne Passkontrolle, ohne eigentlich Einmischung von österreichischen Behörden passierte, also man sah  in der Nähe von Flugzeugen keine uniformierten Leute, keine Polizei, kein Blaulicht und, wie gesagt, um 12 Uhr 40 hat die russische Maschine Wien verlassen, etwas später sind auch die Amerikaner weggeflogen.

Grundsätzlich könnte man über diese Geschichte folgendes sagen:  Ein so rascher Umtausch von Agenten, es sind insgesamt nicht mehr als 10 Tage vergangen seit der Verhaftung in den USA, zeugt natürlich von der neuen Qualität der Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten, zeugt vom neuen Denken, zeugt von neuen Stadium der Beziehungen auch unter anderem unter der Geheimdiensten und über neues Niveau der beiderseitigen Verständigung. Die beiden Seiten haben keinen Wunsch gehabt, Lärm aus dieser Affäre zu machen, und mit den mehrmonatigen gerichtlichen Verhandlungen zu beginnen. Diese gerichtlichen Verhandlungen würden natürlich schlechtes Licht sowohl auf die russischen als auch auf die amerikanischen Geheimdienste  werfen, auf die Methoden und Qualität der Arbeit der Agenten. Früher hat man Jahre gebraucht, ich denke dabei an das Jahr 1962 als russischer Spion Abel gegen den amerikanischen CIA-Piloten Powers ausgetauscht wurde und diesmal war die Frage oder das Problem schnell und operativ gelöst. Die österreichischen Behörden haben bis zum letzten sich ins Schweigen gehüllt, z.b. der offizielle Sprecher des Innenministeriums Österreichs Rudolf Gollia hat doch am Donnerstag gesagt, dass das alles Gerüchte sind die  von Redaktionen verbreitet werden, dass in den nächsten Stunden oder am nächsten Tag in Wien ein Agentenaustausch stattfindet. Und jetzt ist das alles Realität geworden. Bereits nachdem die Flugzeuge abgeflogen sind hat man im österreichischen Fernsehen kurzes Interview mit dem amerikanischen Botschafter in Wien und mit dem russischen Gesandten in Wien gezeigt. Die beiden Diplomaten haben natürlich in sehr vorsichtigen Worten gesagt, dass sie keine Details wissen, bzw. über  die Details nicht reden wollen, und sich nur auf die offiziellen Stellungnahmen ihrer Ministerien, also des State Department und des Außenministeriums Russland bezogen haben".

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