Die Redaktion der STIMME RUSSLANDS hat sich mit dem Team von RIA Novosti vereinigt und gemeinsam ein modernes Markenzeichen des 21. Jahrhunderts – SPUTNIK – gegründet. Wir setzen unseren digitalen Informationsdienst fort und werden auch weiter den hohen journalistischen Standards folgen. Besuchen Sie unsere neue Webseite!
22 Juni 2011, 16:04

Damit das Andenken wach bleibt …

Damit das Andenken wach bleibt …

Auf der Internationalen Ausstellung „Memorial 2011“, die zum 70. Jahrestag des Ausbruchs des Großen Vaterl

Auf der Internationalen Ausstellung „Memorial 2011“, die zum 70. Jahrestag des Ausbruchs des Großen Vaterländischen Krieges in der Moskauer Manege eröffnet wurde, kann man mit Hilfe des Internets im 3-D-Format Kriegsgräber in Russland und im Ausland besuchen und sogar Blumen an den Denkmälern für die Gefallenen niederlegen. Neben der russischen Exposition sind hier die Expositionen aus 12 Staaten zu sehen, darunter aus Deutschland und Österreich. An der Organisation der Ausstellung beteiligten sich Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der „Sächsischen Memoriale“, des Museums der Kapitulation in Berlin-Karlshorst, des polnischen Rates zur Wahrung des Andenkens, des Kampfes und Märtyrertums, der Verteidigungsministerien Tschechiens und der Slowakei sowie der Behörden anderer Länder.

(TON)

„Wir haben keine Beanstandungen an die europäischen Staaten, was die sowjetischen Soldaten gräber betrifft“, sagte der Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums General Kirillin. „Auf Staatsebene wird die Rolle der Sowjetarmee als Befreierin und die moralische Verpflichtung gegenüber den gefallenen Soldaten anerkannt. Ja, es gibt Ausschreitungen, zum Beispiel die Sache mit dem nicht adäquaten Ältesten aus der Ortschaft Královo Pole bei Brno, der Hammer und Sichel vom Denkmal für die Rotarmisten abgeschlagen hat. Doch für diese Tat erhielt er immerhin zwei Jahre Haft auf Bewährung! In Österreich wurde überhaupt eine einmalige Arbeit geleistet. Vom Ludwig Boltzmann-Institut für Menschenrechte wurde ein Sammelband mit den Namen von 62 000 unserer Bürger, die in den Kriegsjahren auf österreichischem Boden den Tod fanden, zusammengestellt. Dieses „Buch des Gedenkens“ übergab die frühere Innenministerin und jetzige Finanzministerin Österreichs Maria Fekter. Das Andenken an die Gefallenen verbindet uns auch mit den italienischen Partnern. Übrigens wurde die erste Vereinbarung über Kriegsgräberfürsorge von Russland vor 20 Jahren gerade mit Italien abgeschlossen. Gegenwärtig bereiten wir ähnliche Regierungsvereinbarungen mit Serbien, der Türkei, mit Slowenien und Bulgarien vor“, sagt General Kirillin.

Mit Bulgarien? Aber vor wenigen Tagen hatten doch Vandalen das Denkmal für die Sowjetarmee in Sofia geschändet! Und das betont höhnisch. Die russischen Soldaten wurden in den Farben von Helden der amerikanischen Massenkultur angestrichen: des B atmans, des Joker, des Supermans und des Clowns Ronald.

(TON)

„Das ist meines Erachtens eine Offenbarung der verbreiteten Seifenideologie, eines oberflächlichen Verhältnisses zum Leben“, bemerkt Alexander Kirillin. „Es ist traurig, dass einzelne Vertreter des uns nahestehenden slawischen Volkes sich so gegenüber dem Andenken an unsere Soldaten verhalten, die ihnen die Freiheit brachten. Vielleicht ist das manchen Holzköpfen heute auch gleichgültig. Aber ich bin überzeugt: sie spiegeln nicht die Stimmung des ganzen bulgarischen Volkes wider.“

In der Ausstellung „Memorial 2011“ kann man auch Fotos und eine Videoinformation darüber finden, wie die Bürger Russlands 18 deutsche, zwei ungarische und tschechische, italienische und rumänische Soldatenfriedhöfe pflegen. „Wenigstens einen Teil der Exposition sollte man in Brüssel zeigen“, bemerkt General Kirillin. „Dann würden die Europäer sehen, wie ein Volk, das für den Sieg mehr als 26 Millionen Menschenleben geopfert hat, sich vom Feindsyndrom befreit hat. Der Soldat trägt doch letztendlich keine Schuld, nicht er ist die Ursache eines Krieges, aber stets sein Opfer. Das Bewusstwerden dieser einfachen Wahrheit bringt die Völker einander näher.“

  •  
    teilen im: