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27 April 2012, 18:40

Russland ohne Waisenkinder

Russland ohne Waisenkinder

Der Beauftragte des Präsidenten Russlands für Kinderrechte Pawel Astachow hat auf der ersten Allrussischen Konferenz der Ombudsleute in Sankt Petersburg vorgeschlagen, alle Kinderheime landesweit zu schließen und nur spezialisierte Pflegeheime übrigzulassen.

Der Beauftragte des Präsidenten Russlands für Kinderrechte Pawel Astachow hat auf der ersten Allrussischen Konferenz der Ombudsleute in Sankt Petersburg vorgeschlagen, alle Kinderheime landesweit zu schließen und nur spezialisierte Pflegeheime übrigzulassen. Das föderale Register der künftigen Adoptiveltern sei nur der erste Schritt in dieser Richtung, meint der oberste Kinderanwalt Russlands.

Astachow ist sich sicher, dass man in Russland für jedes Waisenkind eine Familie finden könne. Wie die Erfahrungen anderer Staaten, darunter Polens, Bulgariens und der Ukraine, zeigen, ist die Schließung der Kinderheime eine realisierbare Aufgabe. Man wird nur die Pflegeheime für behinderte Kinder belassen, die eine ständige ärztliche Behandlung brauchen.

Momentan befinden sich in den Kinderheimen und anderen Anstalten für Waisenkinder ungefähr 105 000 Zöglinge. Nach der Meinung des Ombudsmanns gibt es viele vertrauenswürdige Bürger Russlands, die ein Kind adoptieren möchten. Da viele von ihnen dazu wegen psychologischer Probleme, unter anderem aus Angst vor angeblichen erblichen Belastungen, nicht bereit sind, schlägt Astachow vor, eine groß angelegte Informationskampagne im Rahmen des Projektes „Russland ohne Waisenkinder!“ zu starten. Das Register für die künftigen Adoptiveltern wird seiner Meinung nach all diejenigen aussondern, die aus verschiedenen Gründen dieser Rolle nicht gewachsen sind. Denn im Laufe einer speziellen Ausbildung werden nicht alle Kandidaten bei Tests und Prüfungen erfolgreich abschneiden. Eine strenge Ausmusterung der Adoptiveltern wird die wiederholten Absagen von bereits adoptierten Kindern minimieren. Davon zeugen die Erfahrungen der Wolgastadt Uljanowsk, wo es keine einzige Rückgabe der Kinder an die örtlichen Kinderheime mehr gibt.

Darüber hinaus drängt der Beauftragte für Kinderrechte auf eine zügige Verabschiedung der vom Präsidenten Russlands vorgeschlagenen Änderungen im Gesetz, damit alle Kinder aus Mischehen die russische Staatsangehörigkeit automatisch bekommen. Problemreiche Geschichten mit russischen Kindern aus Mischehen sind in aller Munde: Die jüngste davon ist die mit der russischen Bürgerin Irina Bergset. Die Behörden Norwegens haben ihr die Elternrechte entzogen. Nun wird ihren fünfjährigen Sohn Michail der Vater, Kurt Bergset, erziehen, der in Russland der Pädophilie verdächtigt wird. Wenn das Kind die russische Staatsangehörigkeit hätte, hätte das Gericht in Norwegen diesen Spruch nicht fällen können.

„Wir werden unser Bestes tun, damit dieser Gesetzentwurf und die Änderungen im Gesetz schneller verabschiedet werden, damit die Kinder aus Mischehen früher die Möglichkeit haben, die russische Staatsangehörigkeit zu bekommen. Dies wird uns ermöglichen, diplomatische Wege zu nutzen. Das wird einfach eine rechtliche Basis schaffen.“

Irina Bergset, die die Organisation „Russische Mütter“ leitet, überreichte an Pawel Astachow eine Liste von 66 Mischehen, die sich an die Organisation wegen Probleme mit ihren Kindern gewandt hatten. Diese Familien haben insgesamt über 100 Kinder. 96 von ihnen seien in 18 Ländern von den einheimischen Jugendämtern weggenommen worden, sagt der Beauftragte für Kinderrechte.

Da das Problem des Kinderrechtschutzes in Mischehen sehr aktuell ist, hat Irina Bergset vorgeschlagen, bei dem Ermittlungskomitee der Russischen Föderation eine Sonderabteilung für die Arbeit mit solchen Familien zu gründen. Astachow hat die Initiative der Organisation „Russische Mütter“ begrüßt.

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