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8 Oktober 2012, 16:16

Karsai: Gedanken über Hilfe

Karsai: Gedanken über Hilfe

„Die westlichen Massenmedien schildern eine düstere Zukunft Afghanistans nach dem Abzug der Koalitionstruppen 2014“, erklärte der afghanische Präsident Hamid Karsai.

Er ließ zu, dass das eine Form des Drucks auf Kabul mit dem Ziel sein kann seine künftigen Vereinbarungen mit den USA über die Zahl der verbleibenden Militärstützpunkte zu beeinflussen. Experten negieren eine solche Version nicht völlig, obwohl sie in dieser Demarche auch das Streben des afghanischen Präsidenten mit dem Westen zu feilschen sehen.

Afghanistan wird arm sein, eine neue Phase des Bürgerkrieges wird beginnen, die Taliban-Kämpfer werden zurückkehren. Das sind, so Karksaj, die Prognosen für die Zeit nach 2014. „Wenn das ein psychologischer Krieg mit dem Ziel Kabul Argumente für die Präsenz der Stützpunkte aufzuzwingen ist, dann wird man diese Frage damit nicht gelöst“, versicherte Karsai.

„Indem Karsai die westlichen Massenmedien öffentlich kritisiert, verfolgt er seine Ziele“, meint der Experte der Stiftung für die Entwicklung der Zivilgesellschaft Maxim Minajew.

„Ich glaube, dass das ein politisches Spiel von Karsai, ein Versuch ein weiteres Mal eine scheinbare Härte im Dialog mit dem Westen zu zeigen, um bestimmte politische, militärtechnische und wirtschaftliche Präferenzen zu bekommen. Man kann nicht eindeutig behaupten, ob die Massenmedien die Farben dick auftragen, wenn sie über die Perspektiven der Entwicklung der Republik nach dem Abzug der Koalition berichten. Dennoch ist es offensichtlich, dass die Sicherheitsprobleme in Afghanistan bestehen bleiben werden. Genauso wie die Beteiligung dieses Staates am internationalen Drogenschmuggel.“

„Die Tirade des Präsidenten ist neben dem Westen auch an die afghanischen Wähler gerichtet“, sagte Maxim Minajew ferner.

„Karsai hat politische Opponenten, die bereit sind, auf dem legalen Feld, das heißt mit Hilfe von Wahlkampagnen zu kämpfen. Sie sind daran interessiert, die Macht zu ergreifen und den gegenwärtigen Präsidenten abzulösen. Sie werden von Wählern unterstützt. Seine Erklärung ist auch für sie bestimmt.“

Das Spiel des afghanischen Präsidenten hat damit, was in nächster Zukunft in Afghanistan geschehen wird, nichts zu tun. „Für Karsai ist es an der Zeit sich über persönliche Garantien Gedanken zu machen“, nimmt der Professor der Militäruniversität Oleg Kulakow an.

„Das ist ein Mann, der nach Afghanistan mit ausländischen Truppen kam. Jede politische Kraft, die sich heute mit irgendeiner aktiven Tätigkeit befasst, wird gezwungen sein, das Paradigma ihres Verhaltens auf patriotischer Plattform aufzubauen. Karsai hat unter diesen Bedingungen keine Chancen. Die Frage besteht darin, wie früher es ihm gelingt zu gehen, um seine eigene Sicherheit zu gewährleisten.“

Es ist unbekannt, ob die ausländischen Truppen ihm dabei helfen werden. „Der Spiegel“ schreibt, dass man in Afghanistan nach 2014 ein 35.000 Mann starkes ausländisches Kontingent, das hauptsächlich aus Amerikanern bestehen wird, lassen muss. Oleg Kulakow erinnert daran, dass die Frage über die Stützpunkte offen bleibt und dass ihre Aufgaben nicht formuliert wurden. Für Karsai bleibt vor dem Hintergrund dieser Unklarheit die Formel „Der Angriff ist die beste Verteidigung“ übrig.

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