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23 Oktober 2012, 17:21

Französischer Vater will nicht nach Deutschland!

Französischer Vater will nicht nach Deutschland!

Am Donnerstag, den 18. Oktober ist Lionel Gilberti, 42, aus dem Gefängnis von Colmar entlassen worden. Am 25. Oktober trifft aber das französische Gericht die Entscheidung, ihn nach Deutschland auszuliefern. Immer noch wird es Lionel Gilberti vorgeworfen, seine Familie samt Kindern in Deutschland verlassen zu haben.

Seine Familie, Freunde und CEED-Anhänger waren extrem froh, ihn endlich auf freiem Fuß und am Leben zu sehen, weil er seit dem 8. Oktober mit Essen und Trinken aufgehört hatte. Im Auftrag vom Hörfunk Stimme Russlands besuchten wir Lionel Gilberti bei ihm zu Hause. Er sah sehr müde aus:

Viele Menschen sind hinter uns. Wir werden sehen, wie es weiter laufen wird. Mein Anwalt hat eine Berufung bei dem Luxemburger Gerichtshof gegen die Entscheidung des Gerichts von Colmar eingelegt. Madeleine Simoncello, die Generalsstaatsanwaltin, hat den Haftbefehl aus Deutschland merkwürdigerweise sehr schnell und ohne Kontrolle angeordnet. Nach Ansicht meines Anwalten, Grégory Thuan, ist dies verdächtig, also eher nicht legal. Es ist nicht legal, dass ein Europäischer Haftbefehl bei einem Zivilfall in Anspruch genommen wird. Stellen Sie es sich mal vor! Sie bekommen ein Zettel in Deutschland, weil ihr Auto schlecht geparkt ist und dann wird nach Ihnen mit einem Europäischen Haftbefehl gesucht ! Wo ist denn die Grenze? Im schlimmsten Fall werden sie mich am 25. Oktober ausliefern. In diesem Fall werde ich Antrag auf Kassation stellen. Wenn Frankreich den Europäischen Haftbefahl storniert, darf ich trotzdem nicht in ein anderes europäisches Land reisen. Der Europäische Haftbefehl aus Deutschland gilt in ganz Europa. So bekomme ich eine europaweite Reise- und Arbeitsverbot. Dies ist doch einfach bescheuert!“

10 Tage im Gefängnis

Der Gefängnisarzt entnahm Lionel Gilberti jeden Tag Blutproben. Man konnte wohl feststellen, dass der Vater kein Essen zu sich nahm. Der Oberartz des Gefängnisses sagte sogar zu ihm, dass er das Wochenende nicht überleben würde.

Jeden Tag bin ich untersucht worden. Die haben sich gut um mich gekümmert. Die haben es gesehen, dass ich nichts getrunken oder gegessen habe.

Lionel Gilberti erzählte, wie es am 8.Oktober gelaufen ist: Das war verrückt! Sofort bin ich verhaftet worden. Um 13 Uhr war ich in einer Zelle bei der Polizei. Um 16.30 bin ich nach Colmar gebracht worden, wo ich vor dem Generalstaatsanwalt stand. 20 Minuten später stand ich vor dem Richter. Nach 30 Minuten befand ich mich im Gefängnis! Von einer Sekunde zu der kann sich deine Lage ändern .

Trotzdem findet Lionel Gilberti nette Worten der Polizei und dem Personal im Gefängnis gegenüber : Man muss es sagen. Die Polizei sowie das Gefängnispersonal waren mit mir sehr korrekt. Aber ich wünsche keinem Menschen diese Erfahrung “.

Im Gefängnis von Colmar traf Lionel Gilberti Olivier Karrer http://german.ruvr.ru/2012_09_04/87187182/ wieder und konnte mit ihm sprechen. Olivier Karrer arbeitet sehr viel. Er ist sehr stark. Und er ist sehr froh zu wissen, dass der CEED-Verband weiter lebt, auch wenn er nicht da ist.

Ablenkung?

Ich habe das Gefühl, dass die Medien einen vom Wesen des Themas ablenken wollen. Die Journalisten berichten über emotionale Inhalte. Es ist schwer darüber über politische Inhalte zu reden.

Lionel Gilberti deutet aber an, dass sein Kampf und der der betroffenen Eltern eine andere Richtung genommen habe. Die Deutschen versuchen es immer, die ausländischen Eltern zu kriminalisieren. Der Generalstaatanwalt von Colmar versuchte zu beweisen, dass ich meine Familie und meine Kinder in Deutschland verlassen hätte. Das ist ja heftig! Die Journalisten wissen doch ganz genau, dass es nicht der Fall ist. Weil ich meine Kinder nicht sehen darf, lehne ich kategorisch ab, einen Unterhalt zu bezahlen! Ich weiß doch nicht einmal, ob meine Kinder immer noch am Leben sind! Wenn ich bei dem Jugendamt anrufe, ist die Antwort: ‘Bis es keinen Totenschein gibt...’ und die legen einfach den Hörer auf! Das sind Monster!

Aber Ich bin extrem froh zu sehen, was meine Angehörigen, meine Schwester, geleistet haben. Sophie Lavier, André Bamberski und die anderen. Es bringt Kraft!, schließt Gilberti.

Ein Vater voller Überzeugung

Solange ich nicht mit meinen Kindern bin, bezahle ich nicht! Wenn die mich nach Deutschland schicken, starte ich wieder einen Hungerstreik und trinke auch kein Wasser. In Deutschland ist es gefährich, so etwas zu tun. Sehr schnell landet man bei der Psychiatrie. Da können die mit mir alles tun. In Frankreich machen die Ärzte den Unterschied. Die beiden Ärzte aus Frankreich haben es bestätigt, dass ich auf keinem Fall verrückt sei. In Deutschland wird das anderes sein, also gefährlich für mich.

Lionel Gilberti meinte, dass seine Verhaftung mit dem Unterhalt gar nichts zu tun habe. Das ist ein rein politisches Motiv aus Deutschland gewesen! Die wollen es verhindern, dass ich weiter erzähle, was ich weiß.

Der Artikel über die ehemaligen SS Offiziere aus Italien http://german.ruvr.ru/2012_10_11/90929651/ zeigt deutlich, was da vor sich läuft. Die deutsche Staatsanwaltschaft erklärt das Verfahren für ungültig. Sie benutzt den § 170 http://dejure.org/gesetze/StPO/170.html der Strafprozessordnung. Dieser Paragraf wird gegen mich, gegen Marinella Collombo, gegen André Bamberski angewendet. Meiner Meinung nach sind diese acht SS-Offiziere von diesem Paragrafen auch geschützt. Wie dem auch sei, muss der Europäische Haftbefehl nichtig erklärt werden. Der ist einfach nicht legal! Wenn der gelten soll, gehe ich in die Kassation. Wir arbeiten mehr und mehr daran, diese Dinge in Deutschland bekannt zu machen!

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