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6 Dezember 2012, 18:47

Seit 29. November wartet französischer Vater auf Auslieferung nach Deutschland

Seit 29. November wartet französischer Vater auf Auslieferung nach Deutschland

Am Donnerstag, den 29. November hat das Kassationsgericht in Frankreich den Europäischen Haftbefehl aus Deutschland gegen den französischen Vater, Lionel Gilberti (42) bestätigt

Wieder muss man es schreiben, dass ein Europäischer Haftbefehl nur gegen Terroristen eingesetzt sein soll. Lionel Gilberti wurde verboten, mit seinen zwei Kindern zu reden und zu leben. Alle Arten von Kommunikationen (per Skype, per Mail oder per Facebook) sind untersagt. Deswegen will Lionel Gilberti nicht mehr weiter zahlen. Der Beitrag hat die Summe von 6000 Euros erreicht. So muss er für drei Jahre ins Gefängnis. Seitdem dieser Europäische Haftbefehl in ihrem Land, Frankreich, rechtskräftig ist, leben seine Freunde und seine Familie nicht mehr in der Normalität. In ihren Gräbern sollen sich die toten Widerstandskämpfer aus der Zeit der deutschen Besatzung in Frankreich umdrehen.

Wissen die zwei Kinder von Lionel Gilberti, Julia-Angelina (12) und Quirin (11), was heute ihren Vater durchmachen muss? (Was auch übrigens auch deutsche Eltern in ihrem Land mit ihrer Justiz durchmachen). Er, der schon vom 8. Oktober bis zum 12.Oktober mit Hilfe der französischen Justiz im Gefängnis wegen des Europäischen Haftbefehl sitzen sollte, als ob er ein Schwerverbrecher wäre. Auf diese einfache Frage können wir nicht beantworten, da es im Namen des Kindeswohles verboten ist, mit seinen Kindern zu sprechen.

Jean-Moulin. Lionel Gilberti will nicht wegfliehen. Ihm ist es klar, dass er gewinnen kann, wenn er direkt gegen diese Entscheidung vorgeht. Die deutsche Justiz will ihn ins Gefängnis bringen. Es ist sicherlich wegen seiner politischen Aktivität, wie es auch bei Olivier Karrer der Fall wohl zu sein scheint. Diese Position teilt auch der Europa-Abgeordnete, Philippe Boulland, der auch diese Position hier in diesem Artikel erwähnt. Auf die Frage an Lionel Gilberti, ob er über einen anderen Ausweg nachdenkt, anstatt nach Deutschland ausgeliefert zu werden, antwortet er: «Ich werde dem Weg von Jean-Moulin folgen!»

Brief von einem Gerechten. Dieser schmerzhafte Weg eines Gerechten hat Lionel Gilberti bei dem Verfassen eines betitelten Briefes «Sehr geehrte Damen und Herren und liebe Journalisten und freie Denker» an das einfache Volk bis zu den Politikern über die Journalisten hinaus geschrieben. In seinem Brief «bedankt» er sich bei seinem Land, Frankreich, das ihn nicht geschützt hat. Für Frankreich ist der Europäische Haftbefehl rechtskräftig, obwohl er gar keine Nachrichten von seinen Kindern hat. «Ich weiß nicht, wo meine Kinder sind und ich weiß nicht, ob die am Leben sind! «Frankreich ist wieder ein Land geworden, das seine Bürger nicht schützt und das lieber seine Bürger nach Deutschland ausliefert. Wenn ich nach Landshut abtransportiert werde, werden die dortigen Richter alles tun, um mich zum Schweigen zu bringen. So werden sie ihre Lügen und ihre undenkbaren Methoden unter den Teppich kehren können. Mein Leben lasse ich in den Händen meiner Freunde und in den Händen von Gott, da es den Politikern wichtiger ist, dem DAX-Kurs aus Frankfurt am Main zu folgen. Wieder trete ich in den Hungerstreik. Ich hoffe es, dass die wahren Verantwortlichen aus der Seite Frankreichs und Deutschlands eines Tages bestraft werden».

Schreckliches Abwarten. Noch gestern sprachen wir mit Lionel Gilberti per Skype. «Die französische Presse berichtet nicht mehr konkret über meinen Fall». Während des Skype-Gespräches zeigt er die Zeitung DNA, les Dernières Nouvelles d'Alsace, aus dem Elsass. «Mit Aurore Martin und Olivier Karrer denke ich, dass es sie zu stören beginnt. Es ist eigenartig. Ich und mein Anwalt haben keinen Beschluss vom Kassationsgericht erhalten. Ich denke, sie werden mich an diesem Donnerstag oder an diesem Freitag nach Deutschland ausliefern. Sie wollen mich ganz bestimmt unter Polizeiwache für zwei Tage in Frankreich festhalten, bevor sie mich nach Deutschland abtransportieren. Diese Lage ist schrecklich. Du gehst nach draußen, und wenn du dich auf den Weg nach Hause machst, denkst du, dass es vermutlich das letzte Mal wird».

Unter den Politikern auch Gerechten? Die Europaabgeordnete Nathalie Griesbeck (Allianz der Demokraten und Liberale für Europa - ADLE), der Europaabgeordnete Philippe Boulland (PPE) oder die Senatorin Joëlle Garriaud-Maylam (UMP) scheinen wohl etwa kräftiger in das Thema einzugreifen. Der Abgeordnete Philippe Boulland hat sogar am 30. November eine Pressemitteilung zu der Sache von Lionel Gilberti geschrieben. «Philippe Boulland ist tieftraurig mit ansehen zu müssen, wie das Verfahren bei Lionel Gilberti weiter läuft. Normalerweise sollte der Konflikt in drei Etappen ausgeglichen werden. Eine erste Verhandlung sollte gestartet werden, damit es zu einem Arrangement kommt. Und was macht Deutschland? Deutschland erlässt einen Europäischen Haftbefehl, weil ein französischer Bürger den Unterhalt in der Höhe von 6000 Euro nicht bezahlt hat. Man geht von einem Zivilverfahren zu einem Strafverfahren. Ist das Gefängnis die Lösung geworden, im Falle von transnationalen Ehescheidungen? Lionel Gilberti sieht nicht mehr seine Kinder seit zwei Jahren. Das sind die deutschen Verfahren, die daran schuldig sind, Verfahren, die ich regelmäßig denunziere!“

 

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