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11 Januar 2013, 14:58

Wessen wird sich Russlands Armee rühmen können?

Wessen wird sich Russlands Armee rühmen können?

Transformierbares Raupenfahrzeug, mittlerer Bomber, der so groß ist wie ein Jagdflugzeug, und ein Radar, der weit hinter den Horizont zu schauen vermag - diese Neuerungen werden in Russlands Streitkräften ungeduldig erwartet.

Gegenseitige Austauschbarkeit von Teilen und Vereinheitlichung von Waffen und Ersatzteilen gehören zu den wichtigsten Wesensmerkmalen der neuzeitlichen Rüstungen. Diese Ziele sind ziemlich schwer zu erreichen, und Russlands Rüstungsindustrie ist auf diesem Wege mühevoll fortgeschritten. Jedoch wird im angebrochenen Jahr dem Publikum „Armata“, ein neuer Komplex von gepanzerten technischen Mitteln, ein breites Spektrum von Gefechtsfahrzeugen, vorgestellt werden, denen die gemeinsame Transportplattform zugrunde liegt.

Die Vereinheitlichung wird es ermöglichen, eine Zugmaschine erforderlichenfalls in einen Panzer und eine Pioniermaschine in eine Fliegerabwehrlafette zu verwandeln. Nach Ansicht von Viktor Murachowski, Chefredakteur der Zeitschrift „Arsenal Otetschestwa“ (Arsenal des Vaterlandes) sei eine solche Vielgestaltigkeit der neuen technischen Mittel ein ernst zu nehmender Trumpf in den Händen des russischen Militärs:

„Die Unifizierung wird es ermöglichen, die Betriebskosten drastisch zu verringern und alle Verbrauchsmaterialien, Ersatzteile, Munition usw. auf einen einheitlichen Nenner zu bringen. Das wird die Fragen des Betriebes, der Einschulung der Armeerangehörigen in dem jeweiligen Typ der technischen Mittel stark verbilligen und darüber hinaus die Effektivität des Gefechtseinsatzes der technischen Mittel und deren Verwendung zu Friedenszeiten erhöhen.“

Eine weitere „Neuanschaffung“ der Armee Russlands ist das Frontbombenflugzeug Su-34. Die neue Maschine trägt eine Gefechtslast, die in den Jahren des Zweiten Weltkrieges nur die „Fliegenden Festungen“ B-17 bewältigen konnten. Darüber hinaus verfügt die neue russische Maschine über die Manövrierfähigkeit eines Jagdflugzeuges und sieht dem auch äußerlich sehr ähnlich aus. Doch ihre Zweckbestimmung und ihre Möglichkeiten sind ganz andere, erzählte STIMME RUSSLANDS der Verdiente Testpilot Russlands Magomed Tolbojew:

„Sie hat ganz andere Aufgaben zu lösen, nicht etwa das Abfangen von Luftzielen, sondern die Bekämpfung von Boden- und Seezielen. Das Flugzeug ist dafür entwickelt worden. Das Flugzeug unterscheidet sich grundsätzlich von seinen Vorgängern der alten Formation, der Tu-22 und der Tu-22M. Ohne Nachtanken in der Luft kann diese Maschine fast vier Stunden lang fliegen. Und mit dem Lufttanken vermag sie, rund vierundzwanzig Stunden zu fliegen. Eine weitere wichtige Anforderung an das Flugzeug außer der Reichweite ist seine Bewaffnung. Es nimmt sechs bis acht Tonnen, so viel wie ein mittlerer Bomber, an Bord. Seine Charakteristika sind aber denen eines Jagdflugzeuges ähnlich. Mit dieser Maschine, darunter auch mit Gefechtslast, lässt sich höherer Kunstflug ausführen.“

Schließlich werden auch die kosmischen Truppen Russlands neue technische Mittel erhalten: Das System der Luft- und Kosmosverteidigung soll durch vier neueste Funkmessstationen vom Typ „Woronesh“ verstärkt werden. Eine von ihnen, die in der Region Krasnodar, wird nach Abschluss der staatlichen Prüfungen den Dienst im Diensthabenden System übernehmen. Drei weitere Stationen, in den Regionen Altai und Krasnojarsk sowie im Gebiet Orenburg. werden nach der Technologie der hohen Vorfertigung errichtet. Das bedeutet, dass der Radar innerhalb der kürzesten Frist nach der Montage der Apparaturen in Betrieb genommen wird. Das Aufkommen von neuen Funkmessstationen werde die Verteidigungsfähigkeit Russlands auf ein neues Niveau heben und es befähigen, die Gefahr eines Raketenangriffs, von wo er auch erfolgen mag, wirkungsvoll abzuwehren, davon ist Igor Korotschenko, Chefredakteur der Zeitschrift „Nazionalnaja Oborona“ (Nationalverteidigung) überzeugt:

„Was ihre technisch-taktischen Charakteristika, die Reichweite, die Messgenauigkeit und die Möglichkeiten, anbelangt, übertreffen die Funkmessstationen vom Typ ‚Woronesh’ die Stationen der früheren, der sowjetischen Generation. ‚Woronesh’ wird zu einer wichtigen Komponente des Systems der Luft- und der Kosmosverteidigung, das im Entstehen begriffen ist, und soll einen Beitrag zur Stärkung der nationalen Sicherheit unseres Landes leisten. Wir müssen beliebige Staaten, die über Raketentechnologien verfügen, zuverlässig überwachen und die Situation in dieser Sphäre verfolgen. Uns kommt es vor allen Dingen darauf an, das Perimeter der Grenzen vom Standpunkt der Festhaltung beliebiger eventueller Raketenbedrohungen für Russland vollständig abzudecken. Daher ist für uns die Kontrolle im Hinblick auf Raketenbedrohung, ohne Beziehung zu konkreten Staaten, grundsätzlich wichtig.“

Das Aufkommen neuer Muster von Rüstungen in der Bewaffnung der Armee Russlands, meinen Fachleute, müsse, ganz besonders vor dem Hintergrund der jahrelangen Stille und Unbestimmtheit in der Rüstungsindustrie Optimismus einflößen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass wir demnächst auch von weiteren Neuheiten im Arsenal des russischen Militärs hören werden.

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