Die Redaktion der STIMME RUSSLANDS hat sich mit dem Team von RIA Novosti vereinigt und gemeinsam ein modernes Markenzeichen des 21. Jahrhunderts – SPUTNIK – gegründet. Wir setzen unseren digitalen Informationsdienst fort und werden auch weiter den hohen journalistischen Standards folgen. Besuchen Sie unsere neue Webseite!
22 Januar 2013, 20:02

Die Einkünfte der 100 reichsten Leute würden ausreichen, um die Armut in aller Welt auszumerzen

Die Einkünfte der 100 reichsten Leute würden ausreichen, um die Armut in aller Welt auszumerzen

Zur Liquidierung der Armut in aller Welt würde ein Viertel der Einkünfte der 100 Superreichen genügen. Zu dieser Schlussfolgerung gelangte die größte Wohltätigkeitsorganisation Oxfam, die sich mit Problemen der Armut befasst.

In Oxfam hat man ausgerechnet, dass die 100 reichsten Leute der Welt im vergangenen Jahr etwa 240 Milliarden Dollar verdient haben. Zum Vergleich sei gesagt, dass die ärmsten Bevölkerungsschi chten pro Person am Tag etwa einen Dollar verdienen. Um die Ungleichheit zu glätten, schlug die Organisation vor, 60 Milliarden Dollar zur Bekämpfung der Armut zur Verfügung zu stellen. Und das ist durchaus ausreichend, um in aller Welt die Armut zu besiegen. Außerdem schlägt die Organisation vor, alle Steuer-Oasen zu schließen, für Wohltätigkeitszw ecke eine allgemeine Körperschaftsste uer einzuführen und die Investitionen in die Entwicklung der sozialen Behörden zu erhöhen. Den Appell an die reichsten Leute verkündete Oxfam im Vorfeld des in der nächsten Woche beginnenden Weltwirtschaftsf orums in Davos.

Das Armutsproblem wird offenbar ein Gegenstand dieses bevorstehenden Forums sein. Zuvor erörterten es die Staats- und Regierungschefs der G20 bereits mehrfach, brachte Professor Alexej Portanski von der Hochschule für Ökonomie in Erinnerung:

„Die G20-Gipfel, insbesondere in den Jahren 2009 und 2010, verabschiedeten konkrete Maßnahmen zur Verringerung jener Orte, die als Steuerparadies bezeichnet werden. Eine absolute Verbindung existiert hier zwar nicht, aber einfach wenn die Möglichkeit zur Verheimlichung der Einkommen geschlossen werden, würde das eine gerechtere Verteilung fördern. Und darunter auch für die Nöte der Hungernden und Notleidenden.“

Aber wie viel Geld auch die wohlhabende Schicht der Gesellschaft zur Verfügung stellen würde, so wird es die minderbemittelten Schichten kaum erreichen. Die korrupte Führung der Staaten, für die die Hilfe bestimmt ist, könne sie sich einfach aneignen, fährt Alexej Portanski fort:

„Es reicht nicht aus, die Hilfe in die armen Regionen zu schicken. Man muss auch für ihre gerechte, adäquate Verteilung sorgen. Aber das gelingt nicht immer. Das Verwaltungssyste m ist dort schwach, die Korruption hoch. Deshalb gerät diese Hilfe oft sofort in die Hände der einheimischen einflussreichen Kreise, und anstelle verteilt zu werden, kommt sie auf den Markt und wird verkauft.“

Selbst wenn es gelingt, die Hilfe zielgerichtet und effektiv an die Hungernden zu verteilen, bezweifeln die Experten, ob es gelingen wird, die Armut aus der Welt zu schaffen. Michail Chasin, der Leiter des Unternehmens „NEOKON, sagte hierzu Folgendes:

„Das Problem besteht nicht darin, den Menschen Geld zu geben, damit sie sich heute sattessen können. Das Problem besteht darin, ihnen eine Möglichkeit zum Geldverdienen zu geben. Hier aber beginnen die Probleme, denn wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, Geld zu verdienen, so werden jene weniger verdienen, die heute Geld verdienen. Die Reichen sind bereit, einen Teil ihres Kapitals mit anderen zu teilen, aber sie sind entschieden nicht bereit, andere am Mechanismen zur Erzielung von Gewinn teilhaben zu lassen.“

Natürlich ist es für jemanden, der viel Geld hat, einfacher, einen Check für den Einkauf von Konserven auszustellen und diese dann in eine arme Region zu schicken. Viel schwieriger ist es dagegen, in die Schaffung von Arbeitsplätzen, in die Ausbildung und Umschulung zu investieren. Somit ist festzustellen, dass das Problem der Armut ohne eine grundlegende Veränderung des Verhältnisses zu dieser Frage kaum zu bewältigen ist.

  •  
    teilen im: