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6 März 2013, 13:57

Militärische Umrüstung von globalem Ausmaß

Militärische Umrüstung von globalem Ausmaß

Russland, China und die USA betrachten das Jahr 2020 als militärischen Meilenstein. Es geht sowohl um Umrüstungsprojekte als auch um neue Standorte für Streitkräfte. Bereits im vergangenen Jahr hat der damalige Pentagon-Chef Leon Panetta angekündigt, dass 60 Prozent aller US-Marinekräfte im Jahr 2020 im Pazifik befinden sollen.

Russland, China und die USA betrachten das Jahr 2020 als militärischen Meilenstein. Es geht sowohl um Umrüstungsprojekte als auch um neue Standorte für Streitkräfte.

Bereits im vergangenen Jahr hat der damalige Pentagon-Chef Leon Panetta angekündigt, dass 60 Prozent aller US-Marinekräfte im Jahr 2020 im Pazifik befinden sollen. Das betreffe sechs Flugzeugträger sowie die meisten U-Boote und Überwasserschiffe, hieß es.

Auch für China und Russland ist das Jahr 2020 militärisch gesehen ein wichtiger Termin. Zu diesem Zeitpunkt soll der Anteil moderner Waffensysteme, die den russischen Streitkräften zur Verfügung stehen, auf 70 Prozent steigen. China plant ebenfalls maßgebliche Erfolge bei der Modernisierung seiner Armee.

Sein Umrüstungsprogramm startete Russland im Jahr 2008, als Ausgaben für neue Waffen drastisch erhöht wurden. Seit fünf Jahren ist der Anteil moderner Waffen, die bereits nach dem Zerfall der Sowjetunion hergestellt wurden, von sechs auf 16 Prozent gestiegen.

Meistens stehen aber nach wie vor Waffensysteme zur Verfügung, die kurz vor dem Ende der sowjetischen Ära produziert wurden. Denn nach 1992 schrumpfte die Produktion drastisch. Was doch zustande kam, wurde meistens exportiert.

Bis zum Jahr 2020 sollen Su-35S- und Su-30SM-Kampfjets sowie T-50-Kampfjets der 5. Generation die älteren Su-27- und MiG-29-Maschinen ablösen. Der Jagdbomber Su-34 tritt die Su-24-Nachfolge an. Für gepanzerte Kampffahrzeuge gibt es drei neue Mehrzweck-Plattformen, jeweils schwer, mittelschwer und leicht: Armata, Kurganez-25 und Bumerang. Die Luftabwehr soll neuartige Raketen des Typs S-400 und S-500 erhalten. Das Heer bekommt Kurzstreckenraketen des Typs Iskander.

Die Umrüstung der Kriegsmarine verläuft langsamer, denn diese Teilstreitkraft scheint mit ihren Anforderungen an die Rüstungsindustrie noch nicht klar gekommen zu sein. Bislang wird darüber diskutiert, wie der neue Flugzeugträger aussehen soll. Ähnliche Diskussionen gibt es in Bezug auf den neuen Zerstörer, der neue Flugabwehrsysteme, aber auch ein Pendant zum amerikanischem Warn- und Feuerleitsystem Aegis bekommen soll.

Die Umrüstung der U-Boot-Flotte rückt in den Vordergrund. Ein großer Teil neuer Atom-U-Boote der Klasse Jassen (mit Flügelraketen) und der Klasse Borej sollen in den Pazifik entsandt werden.

Die Produktion schwerer Waffen in China erreichte ihren zahlenmäßigen Höhepunkt in der ersten Hälfte der 1970er Jahre. Von Ende der 1970er bis Mitte der 1990er Jahre gab es dann eine Talfahrt. Im Ergebnis verfügte die chinesische Armee Anfang der 2000er Jahre über Militärtechnik, die zum großen Teil aus dem Kalten Krieg stammte.

Auch heute ist der Anteil solcher Waffen nach wie vor groß. Alte ballistische Raketen des Typs DF-4 und DF-5, die vor mehr als 40 Jahren entwickelt wurden, sind nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der chinesischen Atomkräfte. Trotz aller militärtechnischen Bemühungen fällt es schwer, ein Nachfolgesystem zu bauen. Die chinesische Armee ist bisher gezwungen, technische Lösungen zu suchen, die Betriebsdauer dieser bewährten Raketen um 20 Jahre zu verlängern. Die Soldaten, die diese Waffen bedienen, werden trotz ihres Alters gebeten, den Dienst nicht zu quittieren, denn niemand kann im Moment für sie einspringen.

Erst im Jahr 2010 wurden die letzten J-6-Jagdflugzeuge außer Dienst gestellt. J-7-Jäger der 2. Generation sind bisher in Dienst. Der Anteil alter Panzer des Typs-59 und 79 ist bis heute größer als der Anteil von 96 und 99. Tausende Artilleriegeschütze aus sowjetischer Produktion, die in den 1950er Jahren entwickelt wurden, stehen nach wie vor der Armee zur Verfügung. Trotzdem läuft die Umrüstung aktiv, deshalb erhofft China im Jahr 2020 einen Durchbruch.

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