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18 April 2013, 15:20

Fünfte Kolonne des Dschihad in Europa

Fünfte Kolonne des Dschihad in Europa

Die belgische Polizei hat sich neulich der Abschaffung des Rekrutierungsnetzwerkes der syrischen Aufständischen angenommen. Es stellte sich dabei heraus, dass die Werber in der ganzen EU agieren, und dass die heimkehrenden Söldner auch zurück in Europa einsatzbereit sind.

Es ist nun so bestellt, dass all diese „Freiwilligen“ trotz ihrer EU-Pässe meistenteils aus den Ländern Nordafrikas, des Nahen Ostens oder Zentralasiens kommen. Europas Stammbevölkerung ist nun wegen der islamistischen „Heimkehrer“ besorgt: Was mögen denn die Glücksritter alles anstellen, wenn sie irgendwann zurück sind? Denn diese meistenteils jungen Leute verstehen manchmal nur gegen die Ungläubigen zu kämpfen und wollen nicht, etwas anderes zu erlernen. Eben in einem solchen Milieu habe sich die gut ausgeprägte Struktur extremistischer Zellen und Gruppen herausgebildet, erläutert Oberst Lew Korolkow, Veteran des russischen Auslandsnachrichtendienstes und Experte für Krisensituationen, gegenüber der „Stimme Russlands“:

„Dabei handelt es sich um ein gut organisiertes und schon seit mindestens einem Jahrzehnt gut funktionierendes Netzwerk mit seinen eigenen Rekrutierungszentren, die in Ballungsräumen des zu werbenden Kontingentes zu suchen sind. In Frage kommen die riesigen Diasporas aus islamischen Ländern, deren Vertreter sich in ganz Europa niedergelassen haben. Ihr wichtigstes Verbreitungsgebiet in Europa sind die Niederlande, Belgien und Schweden. Dies betrifft gewissermaßen auch Norwegen. Das heißt, man begegnet dem Problem dort, wo die günstigsten Bedingungen für sogenannte Dulder und Flüchtlinge geschaffen worden sind.“

Die Außenpolitik der Europäischen Union begünstigt seit den letzten Jahren die Gefahr des inneren Terrorismus. Dazu trage außerdem die aktive Einmischung der EU in die Prozesse bei, die im Nahen Osten, in Nordafrika und Zentralasien abliefen, meint Dmitri Danilow, Abteilungschef für Europäische Sicherheit am Europa-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften:

„Es liegt auf der Hand, dass die Terrorismusgefahr in einem solchen Kontext nicht ab- sondern nur zunimmt. Sie wird weiterhin steigen. Je mehr sich die Staaten Europas in den Kampf gegen den internationalen Terrorismus nicht nur außerhalb Europas, sondern auch innerhalb der eigenen Grenzen verwickeln, umso höher ist die Gefahr der Terrorangriffe. Ich würde zwar die Aktivitäten der europäischen Länder in der arabischen Welt mit der steigenden Terrorismusgefahr nicht direkt verbinden. Aber es besteht eine logische Verbindung. Von Anfang an haben die Europäer es versucht, die Sache so darzustellen, als handle es sich hier eben um den internationalen Terrorismus. Es ist aber sehr bald klar geworden, dass der internationale und der innere Terrorismus voneinander einfach nicht zu trennen sind.“

Einige Experten sind der Meinung, dass die vierte Generation der muslimischen Einwanderer der abendländischen Zivilisation nun ein kategorisches Nein sage und sich auf einen Krieg dagegen gefasst mache.

Diese Generation ist eine Zeitbombe, die mitten in Europa tickt. Oder die fünfte Kolonne des Dschihad. Die Termini ändern allerdings nichts an den Kausalzusammenhängen zwischen den Ereignissen von heute und denen in der so nahen potenziellen Zukunft.

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