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27 Juni 2013, 14:44

Drogengefahr aus Afghanistan: „Schlechter geht nicht“

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STIMME RUSSLANDS Am Hindukusch werden jährlich so viele Drogen produziert, dass zwei Drittel davon nicht sofort einen Käufer finden und in geheimen Verstecken gelagert werden. Das sagte Viktor Iwanow, Chef der russischen Drogenbehörde im Exklusiv-Interview mit der STIMME RUSSLANDS am Rande der Präsentation des Weltdrogenberichtes in Wien.

 

Welche Schwerpunkte des diesjährigen Weltdrogenberichtes halten Sie für besonders wichtig?

Dieser Bericht ist an den Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch geknüpft. Das ist zwar ein fundamentales Dokument, das viele Fakten zur Situation weltweit enthält. Das Problem der phänomenalen Drogenproduktion in Afghanistan wird im Bericht jedoch nicht nachdrücklich hervorgehoben. Deswegen können Sondermaßnahmen im Kampf gegen dieses Übel nicht deutlich formuliert werden. Den Kampf gegen die Drogenproduktion in Afghanistan halten wir für unzureichend – im Vergleich etwa zu den Maßnahmen in Kolumbien und Mexiko. Die dortigen Koka-Felder werden jährlich zu mehr als 50 Prozent vernichtet. In Afghanistan vernichtet man dagegen nur zwei Prozent aller Mohnfelder. Diese Situation ist inakzeptabel.

Manche Experten befürchten, nach dem US-Truppenabzug auf Afghanistan werde sich die Situation weiter verschlechtern – darunter auch für Russland.

Schlechter geht nicht. Denn die Drogenproduktion am Hindukusch ist derzeit so groß angelegt, dass höchstens 30 Prozent jährlich verkauft werden. Drogen häufen sich in versteckten Depots in Afghanistan.

Die Autoren des Berichts nehmen auch neue Psychopharmaka unter die Lupe.

Das ist ein Problem für die ganze Menschheit. Chemische und pharmazeutische Technologien haben inzwischen rasante Fortschritte erzielt, die Nanotechnik kommt auf molekularer Ebene zum Einsatz. Kriminelle machen davon Gebrauch, indem sie versuchen, immer neue psychotrope Substanzen herzustellen. Die Produktion nimmt drastisch zu, jede Woche gibt es eine neue Substanz. Der Staat und die Gesellschaft müssen schnelle und verhältnismäßige Maßnahmen treffen, um diese Vorgänge unter Kontrolle zu stellen.

Wie trägt Russland zur Ausbildung von Drogenfahndern bei?

Die Anti-Drogen-Politik braucht ein neues Paradigma. Nötig ist ein ausgeglichener Ansatz zu den Problemen Drogenabhängigkeit und Drogenhandel. Einige Länder, die in dieser Hinsicht versagt haben, wollen uns nun Maßnahmen in Sachen Legalisierung aufzwingen. Wir wollen das aber nicht tun. Polizeiliche Funktionen im Kampf gegen den illegalen Drogenhandel müssen professionellen Drogenfahndern zustehen. Kriminelle nutzen derzeit neue technische Mittel wie etwa das Internet, um Drogen zu verkaufen. Sie greifen zu ausgeklügelten Vermarktungs-Methoden, um sagenhafte Gewinne zu erzielen. Terroristen und Mörder sind Drogenhändlern in dieser Hinsicht unterlegen. Deshalb ist die Ausbildung von Drogenfahndern ein wichtiger Teil unserer Arbeit.

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