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23 Juli 2013, 12:04

US-Militärspitze skizziert Krieg gegen Syrien

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STIMME RUSSLANDS Der US-Generalstab hat fünf Szenarien für mögliche Einsätze gegen Baschar Assad entworfen und milliardenschwere Ausgaben prognostiziert. Der US-Kongress gab unterdessen grünes Licht für Waffenlieferungen an syrische Rebellen.

Ein US-Militäreinsatz in Syrien wird Milliarden Dollar kosten und nicht unbedingt zum Erfolg führen. So ist die Prognose von US-Generalstabschef Martin Dempsey, wie die russische Agentur Itar-Tass am Dienstag meldete.

In einem Brief an den Streitkräfteausschuss des US-Senats skizzierte Dempsey fünf mögliche Szenarien für künftige Aktivitäten des Pentagons in bzw. um Syrien. Der Brief wurde von Ausschusschef Carl Levin veröffentlicht.

Das erste Szenario beinhaltet die Ausbildung syrischer Rebellen außerhalb Syriens und deren Versorgung mit Waffen. Laut Dempsey kostet das voraussichtlich rund 500 Millionen US-Dollar jährlich.

Zweitens könne die US-Luftwaffe die wichtigsten Stützpunkte der syrischen Regierungsarmee und Kriegsmarine angreifen, hieß es. Weitere Ziele der Luftangriffe seien dann syrische Flugabwehr-Anlagen und Führungszentralen. Falls man sich dafür entscheide, brauche das Pentagon für diese Zwecke „Milliarden Dollar“. Zum Einsatz kämen dabei Hunderte US-Kampfjets, Kriegsschiffe und U-Boote.

Drittens seien die USA in der Lage, den syrischen Luftraum zum Teil zu sperren. Dieser Plan setze den Einsatz von Hunderten Kampfjets, Radar- und Tankflugzeugen voraus. Die Ausgaben belaufen sich laut Dempsey auf rund 500 Millionen US-Dollar in der Anfangsphase und steigen dann möglicherweise auf eine Milliarde Dollar monatlich. Es sei dabei nicht auszuschließen, dass es trotz der Luftraumsperre nicht gelinge, die Ausmaße der Gewalt in Syrien zu reduzieren oder eine Wende im Krieg zugunsten der Rebellen zu erzielen. Denn das Regime in Damaskus verlasse sich vor allem nicht auf seine Luftwaffe, sondern auch bodengestützte Waffensysteme, argumentierte Dempsey.

Wie der US-Generalstabschef weiter schrieb, sieht das vierte Szenario die Einrichtung von „Pufferzonen“ in syrischen Grenzgebieten zu Jordanien und der Türkei vor, damit syrische Rebellen dort Fuß fassen können. Dies bedeute den Einsatz von Tausenden US-Heeressoldaten und koste mehr als eine Milliarde Dollar jährlich.

Im fünften Szenario erwägt Dempsey, wie die Chemiewaffen-Arsenale von Baschar Assad unter US-Kontrolle gestellt werden könnten. Dies erfordere ebenfalls eine Flugverbotszone über Syrien, aber auch massive Luft- und Raketenangriffe auf syrische Militäranlagen. Tausende amerikanische Heeressoldaten und Spezialkräfte seien außerdem voraussichtlich im Einsatz. Die Kosten seien dabei höher als eine Milliarde Dollar monatlich. Im Hinblick auf die US-Erfahrungen in Afghanistan und dem Irak warnt Dempsey: Falls es in Syrien keine „lebensfähige“ Opposition gebe, laufe der Assad-Sturz durch die USA darauf hinaus, dass Extremisten stärker würden oder chemische Waffen im Krieg zum Einsatz kämen.

Geheime Versionen dieser Szenarien wurden laut Dempsey der US-Regierung bereits vorgelegt. Derzeit beschäftige sich das Pentagon in Sachen Syrien lediglich damit, bei humanitären Hilfstransporten zu helfen, Syriens Anrainerländer im Sicherheitsbereich zu unterstützen und der syrischen Opposition nichtmilitärische Hilfe zu leisten.

Der US-Kongress gab unterdessen grünes Licht für Waffenlieferungen an syrische Rebellen. Die für Geheimdienste zuständigen Ausschüsse des Senats und des Repräsentantenhauses billigten am Montag die entsprechende Entscheidung. Diese Genehmigung war nötig, um die entsprechende Finanzierung zu sichern. US-Medienberichten zufolge will die US-Regierung nur leichte Waffen an syrische Rebellen liefern.

 

Die Meinung des Autors stimmt nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

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