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6 August 2013, 21:06

Zinstief lässt Sparvermögen stark schrumpfen

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STIMME RUSSLANDS Die niedrigen Zinsen in Europa kosten deutsche Sparer nach Berechnungen der Postbank Milliarden. Laut der Partei „Alternative für Deutschland“ ist die Währungsunion schuld. Dennoch gibt es für Deutschland laut einiger Ökonomen Vorteile durch den Niedrigzins.

Laut einer Studie der Postbank verlieren die deutschen Sparer wegen der extrem niedrigen Zinsen in Europa allein in diesem Jahr real rund 14 Milliarden Euro. Aber auch in den nächsten Jahren soll die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank immer höhere Beträge der Ersparnisse fressen. Im nächsten Jahr läge der Vermögensverlust wegen des Niedrigzinses und der gedrückten Inflation bei 21 Milliarden Euro.

Alexander Gauland, stellvertretender Vorstandssprecher der Partei „Alternative für Deutschland“ ist der Meinung, daran ist die gemeinsame Währung Schuld.

"Dafür ist der Euro weitgehend zuständig. Weil die EZB mit den Niedrigzinsen versucht Länder auf dem Finanzmarkt zu halten, die sie normalerweise nicht am Finanzmarkt halten könnte. Das heißt, das ist der Versuch, die Eurozone, die nicht funktionieren kann, zu retten, über ganz niedrige Zinsen. Und es ist eine bewusste Politik, die dazu führt, dass inzwischen die Inflationsrate sehr viel größer ist als die Zinsen, so dass ununterbrochen Geld verloren geht."

Jedoch ist der rekordtiefe Zinssatz von 0,5 Prozent der Europäischen Zentralbank ein wichtiges geldpolitisches Instrument. Es soll die Wirtschaft in der kriselnden Eurozone und insbesondere in den Südländern, die unter Rezessionen leiden, ankurbeln. Alexander Gauland meint, dies zeige den Grundfehler der Währungsunion.

"Das ist der Irrsinn der Eurokonstruktion. Es ist eben nicht möglich Länder mit völlig unterschiedlichen Volkswirtschaftlichen Kulturen sozusagen ein gleiches Zinsniveau zu verordnen und zugleich nicht eine gleiche Wirtschaftspolitik zu verordnen. Für die Griechen heute ist dieses niedrige Zinsniveau bestimmt richtig, für uns ist es schlichte Vermögensvernichtung. Das heißt, das ist eine Umverteilung, und das haben wir alle nie gewollt."

Die Partei fordert die Auflösung der Eurozone. Ob dies den Wert der deutschen Sparvermögen bewahren könnte, beurteilt der stellvertretende Vorstandssprecher folgendermaßen.

"Auf Dauer schon, weil dann die Zinsen wieder höher werden. Das ist ja das, was dann Viele beklagen, das heißt, wir hätten höhere Zinsen, und wir hätten ja wahrscheinlich auch eine Aufwertung. Nicht nur der D-Mark, sondern auch sagen wir mal nördlich geprägten Eurozone. Das heißt, es ist natürlich richtig, dass wir eine Aufwertung bekämen, die auch den Export schwieriger machen würde, die aber den Sparern wieder normalen Zinsen geben würde."

Dennoch können die Steuerzahler indirekt von rekordtiefen Zinsen profitieren. Die deutsche Regierung spart wegen der niedrigen Zinsen für Staatsanleihen bis 2014 mehr als 100 Milliarden Euro an Zinszahlungen. Dies geht aus einer früheren Studie des Instituts für Weltwirtschaft Kiel hervor. Grund für die Einsparung ist neben dem Leitzins auch die hohe Nachfrage nach sicher geltenden Bundespapieren, die die Renditen nach unten drückt.

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